Landkreis Aurich
Corona-Krise

Landrat rechtfertigt Corona-Maßnahmen

Die Einschnitte in Aurich waren teils heftiger als vom Land vorgegeben. Olaf Meinen glaubt an große Zustimmung.

Von Peter Saathoff

Aurich. Waren die Einschnitte durch die Corona-Pandemie übereifrig? Oder waren sie angesichts der schwachen medizinischen Kapazitäten mit 50 Beatmungsplätzen in den drei Kliniken in Aurich, Emden und Norden notwendig? Landrat Olaf Meinen (parteilos) war im Kreistag am vergangenen Mittwoch deutlich. „Es war richtig so.“ Nur durch das konsequente Handeln des Landkreises seien die Infektionszahlen so niedrig geblieben, glaubt der Landrat und diese Sicht werde „von den allermeisten Menschen“ geteilt.

Ob angemessen oder übereifrig: Der Landkreis Aurich hat auf das Corona-Virus mit erheblichen Beschränkungen reagiert. Die Inseln wurden abgeriegelt, Touristen mussten in Aurich besonders früh abreisen, Zweitwohnungsbesitzer konnten ihr Eigentum nicht nutzen. Bundesweit schlossen die Auricher die Tagespflegeeinrichtungen zuerst. Inzwischen verstärkt sich aber die Kritik an der Heftigkeit der Maßnahmen.

Das ist wohl auch an Meinen nicht vorbei gegangen, der die geplante Verabschiedung des Haushalts für eine Generalrechtfertigung nutzte. „99 Prozent der Menschen haben Verständnis“, sagte Meinen. Selbst die verzweifelten Gastronomen, die bei ihm anriefen, hätten sich von der Notwendigkeit der Maßnahmen überzeugen lassen. Und auch trotz bundesweit sinkender Infektionszahlen sei noch kein Ende der Pandemie in Sicht. „Wir haben gerade ein Drittel überstanden“, mahnte Meinen, „und wir müssen ganz genau aufpassen, was wir jetzt machen.“ Schließlich gehe es darum, einen erneuten Lockdown des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft unbedingt zu vermeiden. „Das wäre eine Katastrophe“, sagte Meinen.

Widersprechen mochte dem Landrat kaum einer der anwesenden Abgeordneten. Der Pewsumer Helmut Roß (AKSB) kritisierte den Ausschluss der Zweitwohnungsbesitzer und wies auf das grundgesetzlich geschützte Eigentum sowie die freundschaftlichen Bande zwischen den Auswärtigen und den Einheimischen hin.

Meinen reagierte dünnhäutig: „Was soll ich denn den Gastronomen sagen, die seit Wochen keine Einnahmen mehr haben“, konterte der Landrat, „und da beschweren sich die Zweitwohnungsbesitzer, die mal ein paar Wochen auf ihr Haus im Landkreis verzichten müssen.“

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