Landkreis Aurich
Betriebsausschuss der Kreisvolkshochschulen

Landkreis vorbereitet auf  neue Flüchtlingswelle

Kreisrat Dr. Frank Puchert zerstreut Sorgen. Sprachkurse sind nicht so erfolgreich, wie gehofft.

Von Peter Saathoff

Landkreis Aurich. Die jüngsten Ereignisse an der türkisch-griechischen Grenze beschäftigen auch den Landkreis Aurich. Zu frisch noch die Erinnerungen an die große Flüchtlingswelle 2015 / 2016. Sollten sich Ereignisse wie vor wenigen Jahren wiederholen, sei der Landkreis aber gut vorbereitet, sagte Kreisrat Dr. Frank Puchert am Montag im Betriebsausschuss der Kreisvolkshochschulen. Dort hatte Kreisrätin Beate Jeromin-Oldewurtel (Die Grünen) das Thema aufgeworfen.

Der Landkreis könne in seiner Erstaufnahmeeinrichtung Utlandshörn in Norden bis zu 200 Menschen aufnehmen, sagte Puchert, vorausgesetzt einige mobile Sanitäranlagen würden installiert – und die Renovierungsarbeiten nach dem Brand der Erstaufnahmeeinrichtung im Dezember gingen zügig voran. Zurzeit erwartet der Landkreis einen Abschluss der Arbeiten in den frühen Sommermonaten. Von Utlandshörn aus könnten die Schutzsuchenenden anschließend in die verschiedenen Integrationszentren in Aurich, Moordorf, Norden und Großheide verteilt werden, um anschließend an Integrationsmaßnahmen teilzunehmen.

Zugleich warnte Puchert aber davor, eine Anstrengung wie 2015 / 2016 auf die leichte Schulter zu nehmen. „Noch zwei, drei Monate mehr und der Landkreis hätte seine Belastungsgrenze erreicht gehabt“, sagte Puchert am Montag. Soweit sei es aktuell noch lange nicht. Bisher seien für dieses Jahr 370 Flüchtlinge angekündigt, sagte Puchert. Die Zahl habe das Land von 250 nach oben korrigiert.

Unterdessen läuft die Integration der vorhandenen Flüchtlinge immer noch ambivalent. Während die Integration in den Arbeitsmarkt im Landesvergleich überdurchschnittlich gut gelinge, die Integrationsquote im Landkreis liegt bei 34 Prozent, im Landesdurchschnitt bei 25, lassen die Erfolgsmeldungen in den Sprachkursen noch Luft nach oben, verdeutlichte KVHS-Leiter Andreas Epple. In 2019 hätten 315 Teilnehmer Deutschkurse begonnen, 147 schlossen sie erfolgreich ab. An Integrationskursen nahmen 262 Menschen teil, 163 bestanden die Prüfung. „Wir haben also eine erkleckliche Zahl, die es nicht geschafft haben“, attestierte Epple. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse auf B1-Niveau sei allerdings eine Integration in den Arbeitsmarkt nicht möglich, sagte der KVHS-Leiter. „Da ist der Gesetzgeber sehr deutlich.“

„Und woran liegen die niedrigen Zahlen?“, fragte Dozentenvertreter Günter Beyer. „Ich finde sie nämlich erschreckend niedrig.“ Darauf konnte Irina Eifert, pädagogische Leitung der KVHS Norden, keine einfache Antwort geben. „Wir haben es hier mit lernentwöhnten Menschen zu tun“, sagte Eifert. Manche hätten große familiäre Sorgen, andere finanzielle Nöte. „Die Unterschiede sind da sehr groß.“

So oder so: „Wir haben uns bei der Integration großen Herausforderungen zu stellen“, konstatierte Hans Forster (SPD). Auch wenn die Erfolgsquote der Sprachkurse noch Nachholbedarf aufweise, sei das Integrationskonzept des Landkreises Aurich insgesamt gut. „Und bei der Integration müssen wir einfach am Ball bleiben.“

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