Landkreis Aurich
Streitgespräche

KVHS: Klares Bekenntnis

Der neue Landrat will keine neue Debatte über KVHS-Standorte in Aurich und Norden.

Von Peter Saathoff

Landkreis Aurich. So ganz sind die Wunden nicht verheilt, die längst geführte Streitgespräche bei den Beteiligten geschlagen haben. Am Dienstag tauchte die Diskussion um die beiden Standorte der Kreisvolkshochschule in Aurich und Norden im entsprechenden Fachausschuss wieder auf. Einen passenden Tagesordnungspunkt gab es zwar nicht, aber die schnell erhitzten Gemüter führten zu einem deutlichen Bekenntnis des neuen Landrats Olaf Meinen (parteilos). An beiden Standorten wird nicht gerüttelt, sagte Meinen.

„Es gilt, beide Standorte zu erhalten”, sagte Meinen. „Alles andere wäre völlig unsinnig.” Während seines Wahlkampfes und in den ersten Wochen im neuen Amt habe er bereits in Norden festgestellt, welch hohes Ansehen die KVHS genieße. „Die KVHS ist unheimlich verwurzelt in Norden”, sagte der Landrat „und genießt dort den höchsten Respekt.” Allerdings müssten weiterhin die Synergien zwischen den beiden Standorten genutzt und verbessert werden.

Zuvor hatte SPD-Kreistagspolitiker Hans Forster aus Norden noch die dezentrale Struktur als „großes Plus” herausgestellt. Auch für CDU-Fraktionschef Sven Behrens aus Berumbur stellte sich die Frage nach den beiden Standorten nicht mehr. Nachdem beide Standorte gesichert und die Tarifangleichung beschlossene Sache seien, „gibt es eigentlich keine großen Themen” mehr.

Bei so viel Lob wurde Gila Altmann (Bündnis 90 / Die Grünen) aus Aurich hellhörig. „Es gibt keine Standortdebatte”, sagte Altmann. 2015 habe der Kreistag auf bessere Synergien gedrungen, aber nicht den Norder Standort grundsätzlich infrage gestellt. Viel weniger Grund zum Jubeln gebe es bezüglich der Tarifangleichung. Wie berichtet, hatte sich Altmann bereits in der vergangenen Kreistagssitzung mehr Mut vom Norder KVHS-Betriebsrat und höhere Lohnforderungen gewünscht.

Sukzessive wird in den nächsten Jahren nun das Lohnniveau in Norden erhöht. Davon profitieren viele der 233 Mitarbeiter. Aber nicht alle. Auf der anderen Seite gibt es Personaleinsparungen. 3,5 Stellen fallen im ersten Quartal in Norden weg. Auch damit gleichen sich Norden und Aurich etwas an. Denn in Aurich arbeiten nach aktuellem Stand mehr als 100 Mitarbeiter weniger als in Norden. Insgesamt arbeiten in Norden 233,25 Mitarbeiter, Aurich kommt auf 131,38. Dafür ist in Norden die Teilzeitquote deutlich höher. 51,8 Prozent der Mitarbeiter arbeiten in Norden nicht in Vollzeit, in Aurich sind es 40,1 Prozent. „Manche freiwillig, manche, weil sie über Förderungen bezahlt werden, die keine Vollzeitstelle zulassen”, so KVHS-Leiter Andreas Epple.

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