Landkreis Aurich
Erhalt der Grundschule

"Kurze Wege für kurze Beine"

450 Unterschriften für ein Ganztagskonzept an der Grundschule Oldeborg wurden übergeben. Der Bürgermeister verweist auf finanzielle Engpässe - ein Gesamtkonzept für alle Grundschulen in Südbrookmerland ist in Arbeit.

Von Theo Gerken

Südbrookmerland. Viel Zeit nahm sich am vergangenen Mittwochnachmittag Südbrookmerlands Bürgermeister Friedrich Süßen (SPD), um die 450 von Eltern und weiteren Bürgern abgegebenen Unterschriften zum Erhalt des Grundschulstandortes Oldeborg von der „Bürgerinitiative (BI) für ein Ganztagskonzept an der Grundschule Oldeborg“ entgegenzunehmen, sich die Argumente der Vertreter der BI anzuhören und auch mit ihnen zu diskutieren. Im Trauzimmer des Rathauses in Victorbur wurden die Argumente ausgetauscht. Unterstützt wurde die BI durch vier Mitglieder aus dem Gemeinderat: Sophia Ulfert-Dirksen, Frerich Hinrichs (beide SPD), Dieter Dirksen (CDU) und Ali Awada (Grüne/Linke) waren ebenfalls zur Übergabe der Unterschriften in das Rathaus gekommen.

Mit dem bekannten Reiben zwischen Zeigefinger und Daumen machte Süßen dabei von Beginn an deutlich, dass die finanziellen Möglichkeiten seiner Gemeinde sehr begrenzt seien. Zurzeit verfügen vier der fünf Grundschulen in Südbrookmerland über ein Ganztagsangebot, und zwar in Moordorf, Moorhusen, Victorbur und Wiegboldsbur sind Mensen und Ausgabeküchen eingerichtet. Lediglich die an den beiden Standorten Uthwerdum und Oldeborg präsente Grundschule „tom Brook“ konnte bislang kein Mittagessen für die Schülerinnen und Schüler anbieten. Nach Angaben der Vertreter der BI haben aufgrund dieser Tatsache bereits mehrere Eltern ihre Kinder in der nur wenige Kilometer entfernten Grundschule in Victorbur angemeldet, um jeweils ihre beruflichen Tätigkeiten ausführen zu können.

Aufgrund einiger Presseberichte zum Grundschulstandort Oldeborg fanden sich im vergangenen Sommer betroffene Eltern und weitere Unterstützer zusammen und gründeten eine BI. Argumente für einen Erhalt ihrer Grundschule in Oldeborg sind unter anderem die „kurzen Wege für kurze Beine“ und die familiäre Atmosphäre in ihrer Schule. „Viele Grundschulkinder sind mit den großen Schulzentren überfordert, zu nicht weit entfernten Schulen wie in Oldeborg können die Kinder den Schulweg eigenständig zurücklegen“, argumentiert die BI. Eine Schließung der Grundschule wäre nicht nur für die Schüler problematisch, sie würde ein Dorf auf Jahrzehnte verändern, heißt es weiter. Lothar Dirks, der Sprecher der BI, erinnerte den Bürgermeister und den zuständigen Fachbereichsleiter Eckhard Kelm an die Geschichte des Ortes Oldeborg mit dem früheren Stammsitz der Häuptlingsfamilie tom Brook, dem Namensgeber der Grundschule: „Die Grundschule ist das soziale Bindeglied für eine lebendige Dorfkultur, für das Vereinsleben, den Kindergarten und das Miteinander im Dorf. Wenn die Grundschule geschlossen werden sollte, wird Oldeborg vergessen werden.“

Die Vertreter der BI forderten den Bürgermeister auf, Einsparungen im Budget der Gemeinde nicht auf Kosten der Kinder zu realisieren. Ein Argument für die BI war am Mittwoch auch, dass die derzeit abgesunkenen Schülerzahlen in nächster Zeit wieder ansteigen würden. Fachbereichsleiter Kelm erklärte, dass ein Gesamtkonzept für alle fünf Grundschulen Südbrookmerlands erarbeitet werden würde. Dieses Konzept würde den Schulleitungen und den im Rat vertretenen Fraktionen übermittelt werden.

In diesem Zusammenhang berichtete Kelm, dass der Schulleiter der Grundschule „tom Brook”, der Gemeinde Argumente geliefert habe, die für eine Schließung des Standortes Oldeborg sprechen würden. Genaueres wollten weder Kelm noch Bürgermeister Süßen sagen. Süßen empfahl der Vertretern der BI, sich direkt an die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen zu wenden, um dort für den Erhalt des Grundschulstandortes Oldeborg zu werben. Beim Sammeln der 450 Unterschriften habe nur einer der angesprochenen Bürger aus Oldeborg seine Unterschrift verweigert, erzählte Lothar Dirks bei der Übergabe der Listen an den Bürgermeister.

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