Landkreis Aurich
Klosterstätte Ihlow

Kritik an Jagdschloss im Schatten des Klosters

Die Fraktionen im Ihlower Rat befürchten neue Kosten.

Ihlow. An Plänen für einen Nachbau des historischen Jagdschlosses im Ihlower Forst gibt es Kritik. Geplant wird dafür an der Klosterstätte eine Erweiterung der archäologischen Fläche, sagte Ihlows Bürgermeister Johann Börgmann (SPD). Die Fläche, auf der das Jagdschloss mit dem Treppenturm zwischen 1608 und 1612 entstand, ist bereits mit Flatterband markiert.

Wie berichtet, wurde dieser Teil des Geländes bereits im Jahre 2004 von Archäologen ergraben. Nun soll dort ein Modell aus Stahl und Holz entstehen - ähnlich der benachbarten Klosterkirche - das an das Jagdschloss erinnern soll. Bei einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Kloster-Imagination auf dem ehemaligen Klostergelände hatte Bürgermeister Börgmann dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) die Pläne übergeben.

Kritik gibt es indessen von Eiko Müller (CDU), Hilrich Flessner (UWG) und Insa Buss (Grüne), die über die Kosten informiert werden wollen. Das Thema soll in der kommenden Ratssitzung (19. September) diskutiert werden. Aus dem Kreis der Klostervereinsmitglieder werde berichtet, stellten die Fraktionen in ihrem Antrag fest, dass die Umsetzung des Projektes bis 2021 erfolgen solle. Auch die Nutzung der Räumlichkeiten stehe bereits fest, wundern sich die Ratsmitglieder.

Zwar habe Bürgermeister Börgmann Ministerpräsident Weil um Fördermittel gebeten und mit entsprechenden Unterlagen und Plänen versorgt. Doch die Gemeinde Ihlow sei an den Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen gebunden, in dem festgehalten sei, dass die Gemeinde mit freiwilligen Ausgaben sehr restriktiv umzugehen habe, betonte Anneliese Saathoff (Grüne). Bevor für ein solches Projekt Fördermittel eingeworben werden, sollte von politischer Seite geklärt werden, ob eine solche Maßnahme im Rat der Gemeinde Ihlow mehrheitsfähig ist, stellte sie fest. „Und, ob das Projekt angesichts der großen finanziellen Herausforderungen in die Infrastruktur vorrangig Priorität hat.”

Für die Gemeinde sei es wichtig, in Kindergärten und die Feuerwehr zu investieren. „Diese Investitionen hängen über uns wie ein Damoklesschwert”, so Saathoff. Dem Klosterverein fehle der Nachwuchs, um sich um das geplante Jagdschloss zu kümmern. „Die Mitglieder werden immer älter. Wo soll das hinführen“, fürchtet Saathoff neue Kosten.

Das Kloster Ihlow wurde 1529 vom ostfriesischen Grafen Enno III. abgerissen, die Steine für das Jagdschloss verwendet. Das Jagdschloss fiel 1744 an Preußen, die Einrichtung wurde in Berlin versteigert. Der neue Besitzer Peter Janssen Haneborger ließ es 1763 abreißen, um stattdessen eine Jägerwohnung mit Schänke zu errichten.

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