Landkreis Aurich
Autorenlesung in Aurich

Krimiautor geht für Recherche in den Knast

Klaus-Peter Wolf präsentierte im Rahmen der Ostfriesischen Krimitage Auszüge aus seinen beiden neuesten Romanen.

Von Werner Jürgens

Aurich. Auf ihn trifft die Formulierung „einsame Spitze“ wahrhaftig zu. Mit seinem im Februar diesen Jahres erschienenen nunmehr dreizehnten Ostfriesenkrimi um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen stürmte Klaus-Peter Wolf wieder auf Rang eins der Bestseller-Listen. Irgendwann musste das Buch diesen Platz räumen. Verdrängt wurde es von „Todesspiel im Hafenbecken“, das aber ebenfalls aus der Feder von Klaus-Peter Wolf stammt. Vergangene Woche hielt der in Norden lebende Autor im Rahmen der Ostfriesischen Krimitage eine Lesung im Foyer der Auricher Sparkasse ab. Dort trug er nicht nur einige Auszüge aus seinen jüngsten Werken vor, sondern lieferte auch noch ein paar interessante Hintergrundinformationen zu seinen Büchern und den Verfilmungen, in denen die Rolle der Kommissarin gerade neu besetzt worden ist.

Die Dreharbeiten zur vierten und fünften Verfilmung seiner Ostfriesenkrimis fürs ZDF sind laut Wolf bereits in vollem Gange. Unterdessen wartet Krimi Nummer drei auf seinen Sendetermin. Darin wird erstmals Julia Jentsch in der Rolle der Ann Kathrin Klaasen zu sehen sein. Christiane Paul, die diesen Part bisher gespielt hat, sei international inzwischen dermaßen gefragt, dass sich ihre Termine nicht länger vernünftig koordinieren ließen, wie der Autor verriet. Die Trennung sei absolut einvernehmlich erfolgt.

Zudem erfuhr das Publikum, dass die Trilogie um den mörderischen Doktor Bernhard Sommerfeldt mit dem vorliegenden Band „Todesspiel im Hafenbecken“ tatsächlich abgeschlossen ist. Die Figur wird jedoch mindestens noch ein weiteres Mal in einem der Ostfriesenkrimis auftauchen, nämlich in Band fünfzehn, der 2021 erscheinen soll. Ohnehin ist der gleichermaßen charmante wie gefährliche Antiheld ursprünglich entstanden als eine Art Nebenprodukt der Ostfriesenkrimis und habe sich dann irgendwie verselbstständigt, wie Wolf erzählte. In seinem neuesten Abenteuer gelingt Sommerfeldt die Flucht aus dem Justizvollzugskrankenhaus in Lingen. Wie viele Details seiner Romane hat Klaus-Peter Wolf nach eigenem Bekunden dafür erneut vor Ort recherchiert und überrascht festgestellt, dass er selbst im Gefängnis sowohl bei den Angestellten als auch bei den Insassen jede Menge Fans hat. Eventuell dürften sich die Sympathien mit Veröffentlichung seines Buches leicht verschoben haben. „Ich weiß jetzt wie man da raus kommt“, scherzte der Autor am Mittwoch.

Nach einer kurzen Pause war der aktuelle Ostfriesenkrimi dran. Statt seiner Kommissarin rückte Klaus-Peter Wolf in der von ihm vorgetragenen Passage zur Freude der zahlreichen Zuhörer im Foyer der Auricher Sparkasse deren chaotisch-trotteligen, aber trotzdem stets liebenswerten Kollegen Rupert in den Fokus. Abgerundet wurde die Lesung durch diverse musikalische Beiträge der Liedermacherin Bettina Göschl, die sich teilweise von Edzard Hasbargen am E-Bass begleiten ließ.

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