Landkreis Aurich
Europawahl 2019

Kreiswahlzettel fast ein Meter lang

Mehr als 6000 Bürger im Landkreis Aurich haben seit dem 15. April schon ihre Stimme abgegeben.

Von Heidi Janssen

Landkreis Aurich. Kreiswahlleiter Frank Puchert hat nachgemessen: Exakt 87 Zentimeter misst der Wahlschein für die Europawahl am 26. Mai. Er ist nicht nur wegen der Größe eine Herausforderung für den Wähler. Insgesamt 40 Parteien bewerben sich um den Einzug ins Europäische Parlament. Die politische Bandbreite reicht von den etablierten Parteien wie CDU oder SPD bis zu eher exotischen Listen wie der Menschlichen Welt, die sich „für das Wohl und Glücklichsein aller“ einsetzen will.

Die EU-Wahl ist eine reine Listenwahl. Über die Platzierung auf den Bundeslisten ziehen die Bewerber – entsprechend dem erzielten Stimmenanteil ihrer Partei – ins Parlament ein.

Im Landkreis Aurich sind derzeit 153 504 Bürger berechtigt, über die Zusammensetzung des Europaparlaments abzustimmen. Gegenüber der Wahl im Jahr 2014 ist das ein leichter Anstieg um knapp 1300 Personen. Damals nutzten 50,8 Prozent aller Wahlberechtigten im Landkreis ihr Stimmrecht.

Noch mehr Einwohner dürfen über den künftigen Landrat abstimmen. Im Gegensatz zur Europawahl, bei der Wahlberechtigte älter als 18 Jahre sein müssen, dürfen bei Kommunalwahlen bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimmen abgeben. Insgesamt 160 935 Wahlberechtigte entscheiden, ob Harm-Uwe Weber im Amt bleibt oder ob einer seiner Herausforderer Bernd Iken oder Olaf Meinen neuer Landrat wird. Zusätzlich gibt es in Aurich und auf Norderney Bürgermeisterwahlen, in der Krummhörn wird über das Bürgerbegehren zum Kulturhaus entschieden.

Auch bei der Europa- und Landratswahl ist wieder eine Briefwahl möglich. Wer am Wahltag verhindert ist, kann diese Möglichkeit nutzen. Die erforderlichen Unterlagen können Wahlberechtigte ab sofort im Rathaus ihrer Heimatkommune beantragen – schriftlich, persönlich oder auch online. Einige Verwaltungen bieten den Antrag auf ihren Internetseiten an.

Bis zum vergangenen Montag hatten nach Angaben von Silke Malbricht vom Kreiswahlbüro bereits 6561 Bürger diesen Service genutzt. „Die Zahl der Briefwähler nimmt seit Jahren stetig zu“, so Puchert. Die aktuelle Abstimmung bilde keine Ausnahme. Die Briefwahlunterlagen müssen bis spätestens 24. Mai um 18 Uhr beantragt werden. Gültig ist der Stimmzettel nur, wenn der Wahlbrief am 26. Mai, dem Tag der Europawahl, bis spätestens 18 Uhr bei der Wahlleitung im Kreishaus in Aurich eingeht.

Damit bei der Stimmabgabe per Wahlbrief nichts schief- läuft, haben Silke Malbricht und ihre Kollegen eine Fotostrecke als Anleitung auf die Homepage des Landkreises eingestellt. „Wir haben den Vorgang einmal Schritt für Schritt visualisiert. Denn es ist schon ein bisschen kompliziert.“ Sowohl für die Europa- als auch für die Landratswahl gibt es eine solche Bilderstrecke.

Noch mehr Service gibt es am Wahlabend: Politisch Interessierte haben am 26. Mai die Möglichkeit, die Auszählung via App oder online über die Internetseite www.landkreis-aurich.de zu verfolgen. „Erstmals arbeiten wir mit einem neuen System“, so Frank Puchert. Über den sogenannten Vote-Manager, den der Technikdienstleister KDO (Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg) zur Verfügung stellt und an den alle Kommunen im Landkreis angeschlossen sind, können die Ergebnisse ohne große zeitliche Verzögerung abgebildet werden. Sobald die Stimmen eines der insgesamt 232 Wahllokale ausgezählt und sie ins System eingegeben sind, können sie auch im Netz abgerufen werden. „Bis zu 150 Schnellmeldungen in der Minute kann das System verarbeiten“, so Puchert.

Wie auch schon bei vorangegangenen Wahlen, erhebt das Landesamt für Statistik in ausgewählten repräsentativen Urnen-Wahlbezirken Daten für eine Wahlstatistik. In Aurich, Wiesmoor, der Samtgemeinde Hage, Großefehn und im Briefwahlbezirk der Stadt Norden werden bei der Stimmabgabe auch Daten über Geschlecht und Altersgruppe abgefragt (Die Angaben befinden sich oben rechts auf dem Stimmzettel). „Ansonsten bleibt die Stimmabgabe anonym“, betont der Kreiswahlleiter. „Das Wahlgeheimnis bleibt gewahrt.“

Um blinden und sehbehinderten Wählern das selbstständige Ausfüllen des Stimmzettels zu ermöglichen, ist bei den Stimmzetteln für die Europawahl die rechte, obere Ecke abgeschnitten worden. Das ermöglicht das passgenaue Anlegen der vom Blindenverband zur Verfügung gestellten Wahlschablone. Für die Landratswahl gibt es beispielsweise eine solche hilfreiche Schablone nicht, wie Frank Puchert gestern bedauerte: „Der Aufwand wäre für den Verband zu groß.“ Ins Wahllokal dürfe von diesen Personen aber zur Unterstützung bei der Stimmabgabe eine Hilfsperson mitgebracht werden.

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