Landkreis Aurich
Corona-Krise

Keine einheitlichen Regeln für Inselurlaube

In Corona-Zeiten stellt sich für Touristen eine wichtige Frage: Wie lange müssen sie bleiben? Ein Überblick.

Von Linda Vogt

Borkum/Norderney. Die ostfriesischen Inseln haben eine Sonderstellung - die bedeutet in der Corona-Krise für die wieder erwünschten Urlaubsgäste unterschiedliche Regeln. Während im übrigen Niedersachsen seit Montag gilt, dass in Ferienwohnungen alle sieben Tage neue Gäste kommen dürfen, sieht die Landesverordnung für die Inseln eine Mindestmietdauer von einer Woche vor. Demnach dürfen nur Urlauber anreisen, die für einen Aufenthalt eine Ferienwohnung, ein Ferienhaus oder einen Campingplatz gemietet haben - sowie deren Mitreisende aus ihrem und einem weiteren Hausstand.

Die Verordnung, die seit Montag gilt und mit Ablauf des 27. Mai außer Kraft tritt, wird je nach Insel unterschiedlich ausgelegt. Auch, weil sie den Kommunen die Freiheit zugesteht, eigene Regeln für das Betreten der jeweiligen Insel aufzustellen. Ein Überblick:

Borkum: Wer zum Urlaub machen nach Borkum reisen will, braucht eine Buchung für sieben Tage, beziehungsweise sechs Nächte. „Stand jetzt, das ist ja eine sehr dynamische Entwicklung“, sagte der Vertreter des Bürgermeisters, Frank Pahl. Ordnungsamt und Polizei auf der Insel stimmen sich aktuell wegen Kontrollen ab. Zwingend eine Woche auf der Insel aufhalten müssen sich Gäste allerdings nicht. „Stellen Sie sich vor, Sie haben für eine Woche gebucht und müssen dann auf einmal die Insel verlassen. Das kann man Ihnen ja schlecht verweigern“, so Pahl.

Juist: Auf Juist sind Kontrollen ankommender Gäste geplant, sie müssen eine Buchung für mindestens sieben Tage (sechs Übernachtungen) vorweisen können. „Das ist kein Zwangsaufenthalt“, erklärte Bürgermeister Tjark Goerges (parteilos). „Das Ziel ist es, das Rotationsgeschehen gering zu halten.“ Auch wenn die Gäste früher abreisten, könnte so nur alle sieben Tage eine Unterkunft an neue Gäste vermietet werden.

 Norderney: Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos) spricht von einem Mindestaufenthalt. Eine Unterschreitung von sieben Tagen (sechs Übernachtungen) für Feriengäste ist demnach nicht zulässig. Verstöße gegen die Landesverordnung und die Bestimmungen der Kommune können mit Bußgeld oder mit Strafe geahndet werden, wie die Stadt auf ihrer Webseite schreibt.

Baltrum: Bürgermeister Berthold Tuitjer (parteilos) greift die Regel für den Tourismus auf dem Festland auf. Dort gilt eine sogenannte Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen für Ferienwohnungen. Das bedeutet, dass nur alle sieben Tage neue Gäste kommen dürfen. Möglich sind aber kürzere Belegungen. Wenn ein Gast zum Beispiel nur vier Tage bleibt, müsste die Unterkunft dann noch drei Tage leer stehen und dürfte am achten Tage neu belegt werden.

Langeoog: Auch Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) setzt auf die Wiederbelegungsfrist: „Worum es geht, ist ja, dass die Fluktuation eingeschränkt wird. Wenn jetzt jemand drei Tage auf der Insel verbleibt, muss danach die Ferienwohnung vier Tage leer bleiben.“ Dass nur Berechtigte auf die Insel kommen, werde an den Fähren kontrolliert.

Spiekeroog: Hier gilt ein Mindestaufenthalt, wie Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU) sagte. Und zwar für sieben Nächte. An den Fähren soll kontrolliert werden.

Wangerooge: Es gelte tatsächlich ein Mindestaufenthalt der Gäste von sieben Tagen (sechs Übernachtungen). Das schreibt die Kurverwaltung auf ihrer Webseite. Mieter von Ferienwohnungen für eine Woche benötigen keine Zugangsberechtigung, die Berechtigung werde zwischen Vermieter und Gemeinde geregelt.

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