Landkreis Aurich
Aus dem Gericht

Keine Chance auf Haftverschonung

Ein alkoholkranker Obdachloser scheint unbelehrbar.

Von Martina Ricken

Aurich. Für einen 47-jährigen Angeklagten aus Emden ging das Berufungsverfahren nicht gut aus, denn das Landgericht Aurich hob auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin die Strafe von elf Monaten auf ein Jahr und vier Monate an. Die Berufung des Angeklagten, der nach wie vor in Untersuchungshaft sitzt, wurde hingegen verworfen.

Der Angeklagte war im Februar vom Amtsgericht Emden wegen Diebstahls mit Waffen und versuchten Diebstahls mit Waffen zu der Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Der obdachlose Pole hatte zunächst im Februar 2016 aus dem Keller eines Mehrfamilienhauses in Emden ein Fahrrad entwendet und war dabei ertappt worden. Er kam nur rund 20 Meter weit und wurde von dem Besitzer des Rades aufgehalten. Der Rad-Dieb war sehr betrunken und nahm auf dem Bürgersteig Platz, nachdem er den Fahrradbesitzer beleidigt und bedroht hatte. Die Polizei stellte bei dem 47-Jährigen ein Messer und einen Schraubendreher sicher.

Vergeblich versuchte der Angeklagte, im März 2017 die Tür eines Emder Hotels aufzuhebeln. Zuvor hatte er die Telefonleitung durchschnitten. Zwar verließ er ohne Beute den Tatort, hinterließ aber einen Schaden in Höhe von 1400 Euro und diverse Utensilien. So fand die Polizei vor dem Hotel eine Schere und ein Messer sowie einen an den Angeklagten adressierten Brief. Ein DNA-Abgleich ließ keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte die Gegenstände benutzt hatte.

Er war bei der Polizei und auch in der Emder Klinik gut bekannt. Richter Malte Sanders verlas die lange Liste mit Daten, an denen der Angeklagte als hilflose Person in die Klinik gebracht wurde. Jedes Mal hatte er rund 3,5 Promille Alkohol im Blut. Oft verließ er das Krankenhaus noch am gleichen Tag, um dann erneut zu trinken. Auch die Polizei hatte ständig mit ihm zu tun. Der Obdachlose nähme sich, was er wolle und habe immer wieder andere Kleidung an, die ihm offenbar nicht gehöre, so hatte ein Polizist in seiner Zeugenaussage beim Amtsgericht berichtet.

An die Taten kann sich der Mann nicht erinnern. Im erstinstanzlichen Prozess sagte er nur, dass so etwas eigentlich gar nicht zu ihm passe. Im Berufungsprozess wollte er sich nicht mehr äußern.

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