Landkreis Aurich
Personal fehlt

Je mehr Ferienbetreuung, desto stärker die Nachfrage

Der Landkreis stellt seit 2012 eine Verdoppelung der Betreuungszahlen von Schulkindern in den Ferien fest.

Von Peter Saathoff

Landkreis Aurich. Im Landkreis Aurich befindet sich die verlässliche Ferienbetreuung weiter auf dem Vormarsch. Und der Trend geht weiter. In Aurich sei die Nachfrage nach einer Ferienbetreuung „geradezu explodiert”, nachdem die Betreuungszeiten von bis dato fünf Stunden pro Tag auf acht erhöht wurden.

Generell meint der Begriff „verlässliche Ferienbetreuung” einen Mindestumfang von fünf Stunden pro Tag an fünf Tagen die Woche, erklärte Darinka Herrmann, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Aurich, am Donnerstag gegenüber den Mitgliedern im Kreissozialausschuss. „Aber länger ist natürlich besser”, sagte Herrmann.

Dem würden viele Kommunen wohl auch gerne nachkommen, sagte Herrmann, allerdings sei zurzeit qualifiziertes Personal Mangelware. Betreuer müssen mindestens über eine Jugendleitercard („Juleica”) verfügen. „Aber die Nachfrage steigt und steigt”, sagte Herrmann.

Denn die Ferienbetreuung sei kein Selbstzweck. „Kinder haben in Niedersachsen 13 Wochen Schulferien”, sagte Herrmann. „So viel Urlaub hat kein Arbeitnehmer.” Entsprechend seien Eltern bisweilen gezwungen, auf Betreuungsprogramme zurückzugreifen. Damit diese Aussagen nicht nur Allgemeinplätze blieben, hatte Herrmann Zahlen mitgebracht.

Mit 740 betreuten Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren sei der Landkreis 2012 gestartet, im vergangenen Jahr hatte sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Vor allem die Sommerferien schlagen zu Buche. 959 Kinder nahmen allein 2019 dort Betreuungsangebote wahr, 2012 waren es noch 551. „Auch die Länge pro Tag nimmt weiter zu”, sagte Herrmann. 25 Prozent aller Kinder waren im vergangenen Jahr 40 Stunden in der Betreuung, zwei Jahre vorher waren es noch 18 Prozent.

Besonders nachgefragt ist die Ferienbetreuung auf Norderney, sagte Herrmann und verwies auf die Hochsaison in den Sommermonaten auf der Ferieninsel. 366 Kinder waren es auf Norderney. Platz zwei ging an die Stadt Aurich mit 341, Stadt Norden folgt mit 316 Kindern. Krummhörn und Hinte kommen auf 52 beziehungsweise 24 Kinder. Das Schlusslicht bilden Baltrum, Brookmerland und Hage mit jeweils null Kindern. Das läge aber nicht an den Familien, sondern daran, dass die Kommunen sich auf Betreuungsangebote umliegender Gemeinden und Städte verließen, sagte Herrmann.

Entsprechend gering fiel 2019 auch der finanzielle Zuschuss des Landkreises an diese drei Gemeinden aus, der betrug null Euro. Im Gegenzug erhielt die Stadt Aurich 15 380 Euro vom Landkreis, Norden und Norderney liegen mit 11 920 und 11 280 Euro fast gleichauf. Die Gemeinde Krummhörn kam auf 2896 Euro, Hinte auf 2272. Der Landkreis-Zuschuss ist eine der drei Finanzierungssäulen der Ferienbetreuung. Zuschüsse der Gemeinden und ein Elternanteil komplettieren die Finanzierung.

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