Landkreis Aurich
Steigende Preise

Immobilien-Umsätze knacken Zwei-Milliarden-Marke

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht für 2019 wurde vorgelegt. Besonders teuer bleibt es nach wie vor auf den Inseln.

Von Werner Jürgens

Aurich. Was sich im vergangenen Jahr bereits angekündigt hatte, ist jetzt auch tatsächlich eingetreten: Erstmals haben die Immobilienumsätze auf der ostfriesischen Halbinsel die Grenze von zwei Milliarden Euro übertroffen und mit 2,19 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke erreicht. Das besagt der Grundstücksmarktbericht 2020 für das abgelaufene Jahr 2019, der am Donnerstag in der Auricher Geschäftsstelle des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen (LGLN) vorgestellt wurde.

Während der Geldumsatz gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent anstieg, wuchs die Zahl der dafür abgeschlossenen Verträge nur um 6 Prozent. Für die Käufer bedeutete dies, dass sie noch tiefer als in den Jahren zuvor in die Tasche greifen mussten. Im Schnitt gingen die Immobilienpreise im Vergleich zu 2018 um fünf Prozent nach oben. Spitzenwerte erreichten erneut die Inseln, wobei dieses Mal auf Norderney beim Weiterverkauf einer Ferienwohnung mit einem Quadratmeterpreis von über 20 000 Euro der absolute Höchstpreis erzielt wurde.

Ohnehin ist bei den Eigentumswohnungen die Zahl der Verträge mit einem durchschnittlichen Plus von 17 Prozent mit am stärksten gewachsen. Am meisten zugelegt haben die Stadt Wilhelmshaven (+ 33 Prozent) sowie die Landkreise Aurich (+ 25 Prozent) und Wittmund (+ 22 Prozent). Über die letzten zehn Jahre betrachtet sind die Preise für Eigentumswohnungen auf dem ost-/friesischen Festland um 55 Prozent angestiegen. Auf den Inseln haben sie sich während dieses Zeitraums teilweise sogar mehr als verdoppelt. Das war auf Norderney und auf Wangerooge der Fall. Aber auch Juist und Langeoog lagen in dieser Statistik lediglich knapp unter der 200-Prozent-Marke.

Obwohl durchaus noch vereinzelt Objekte zu günstigeren Quadratmeterpreisen im Angebot waren (zum Beispiel für 1100 Euro auf Langeoog oder 2000 Euro auf Spiekeroog) bleibt dennoch festzuhalten, dass sich in der Summe „das Preisniveau auf den Inseln mehr und mehr angleicht“, wie der Vorsitzende des Gutachterausschusses Martin Homes anmerkt. „Der durchschnittliche Kaufpreis bei Weiterverkäufen für Eigentumswohnungen lag ansonsten im Binnenland bei etwa 1700 Euro und in den Küstenbadeorten bei circa 2500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Damit ist das Preisniveau im Mittel um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen.“

Auch für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser in Friesland und Ostfriesland müssen Käufer inzwischen 58 Prozent mehr als vor zehn Jahren bezahlen. Hier hat die Zahl der Verträge insgesamt im Vergleich zu 2018 nur leicht zugenommen (+ 3 Prozent). Spitzenreiter in diesem Ranking sind die Landkreise Wittmund (+ 8 Prozent) und Aurich (+ 7 Prozent) gefolgt von der Stadt Wilhelmshaven (+ 4 Prozent). Annähernd gleich geblieben ist das Niveau im Landkreis Leer (+ 2 Prozent) und in der Stadt Emden (+ 1 Prozent). Lediglich im Landkreis Friesland wurden 7 Prozent weniger Verträge als im Vorjahr abschlossen. „Die üblichen Kaufpreise für ein Einfamilienhaus mit dem Baujahr 1980 und 140 Quadratmeter Wohnfläche im Schnitt zwischen 155 000 Euro im ländlichen Bereich und 205 000 Euro in den Städten“, so Martin Homes. „Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das eine Preissteigerung um 6 Prozent.“

Etwas uneinheitlicher war das Bild bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften. Während die Landkreise Aurich (+ 23 Prozent), Friesland (+ 17 Prozent) und Leer (+ 4 Prozent) Zuwächse verzeichneten, war die Zahl der Verträge in Wittmund (- 10 Prozent), Wilhelmshaven (- 7 Prozent) und Emden (-3 Prozent) rückläufig. Aber auch hier gingen die Preise insgesamt um durchschnittlich 3 Prozent nach oben. „Die üblichen Kaufpreise für Objekte mit dem Baujahr 2000 und 100 Quadratmeter Wohnfläche schwankten zwischen 160 000 Euro in ländlichen Bereichen und 200 000 Euro in den Städten“, wie Homes weiter vorrechnet.

Nach wie vor heiß begehrt sind Baugrundstücke, deren Preise im Mittel um 5 Prozent gestiegen sind. Dafür wurden im vergangenen Jahr 1228 Verträge abgeschlossen, was gleichbedeutend ist mit einem Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Besonders hervorgetan haben sich die Landkreise Friesland (+ 27 Prozent) und Leer (+ 18 Prozent). Dahinter folgen die Landkreise Wittmund (+ 10 Prozent) und Aurich (+ 4 Prozent) sowie die Stadt Wilhelmshaven (+ 3 Prozent) und als „Schlusslicht“ die Stadt Emden, wo 61 Prozent weniger Bauplätze als im Jahr zuvor veräußert worden sind.

Mit Blick auf die Gewerbebaugrundstücke wurden 2019 wie im Vorjahr 121 Verträge abgeschlossen. Gravierende Veränderungen gab es vor allem in den Landkreisen Leer (58 Prozent mehr Verkäufe) und der Stadt Emden (56 Prozent weniger Verkäufe). „Ansonsten sind die Umsätze über die vergangenen fünf Jahren weitgehend stabil geblieben“, erklärt Homes. „Die Preise liegen überwiegend auf dem geringeren Niveau der Vorjahre. Einige Kommunen haben die Verkaufspreise jedoch etwas angehoben.“

Ebenfalls relativ konstant im Vergleich zu 2018 blieb die Gesamtzahl der Verkäufe von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Zunahmen verzeichneten die Landkreise Friesland (+ 16 Prozent) und Aurich (+ 11 Prozent), während die Tendenz in den Landkreisen Wittmund (- 13 Prozent) und Leer ( - 4 Prozent) rückläufig war.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN