Landkreis Aurich
Neue SPD-Spitze

"Gut, dass es ein Ergebnis gibt"

Die Reaktionen ostfriesischer Sozialdemokraten auf den Wahlerfolg der designierten neuen SPD-Chefs Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken

Von Axel Milkert und Peter Saathoff

Emden/Berlin. „Es ist gut, dass es ein Ergebnis gibt”, kommentierte der ostfriesische Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff die Entscheidung der Parteibasis, dass Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken künftig die SPD führen sollen.

Auf Nachfrage der Emder Zeitung führte Saathoff am Sonntag weiter aus, dass er froh darüber sei, dass man basisdemokratisch zu einem Resultat gefunden habe. So könne niemand sagen, die Entscheidung sei hinter verschlossenen Türen getroffen worden. Eine Bewertung mochte Saathoff nicht vornehmen: „Alle vier wären in der Lage gewesen, die Partei zu führen”, bezog er das unterlegene Kandidaten-Duo Olaf Scholz und Klara Geywitz mit ein. Sowohl die Digitalpolitikerin Esken aus Baden-Württemberg als auch den ehemaligen NRW-Finanzminister Borjans kenne er aus seiner parlamentarischen Arbeit, sagte Saathoff.

Er hoffe sehr, dass nun kein „Lagerkampf” innerhalb der Partei ausbricht. Das täte weder der Partei noch dem Land gut. „Ich finde, Deutschland kann gerade in dieser Zeit eine starke SPD gebrauchen.”

Auf die Frage, wie es durch die Entscheidung der Genossen um den Fortbestand der Großen Koalition in Berlin bestellt ist, meinte Saathoff, dass die GroKo mit Scholz an der Spitze der SPD „sicherlich bis 2021 gesichert gewesen wäre”. Mit Borjans/Esken sei eine „indifferentere Lage” entstanden.

Für den Emder SPD-Landtagsabgeordneten Matthias Arends ist das Ergebnis „ein klares Signal”. Er blickt, wie Saathoff, mit Spannung auf den Bundesparteitag am nächsten Wochenende, an dem er erstmals teilnehmen werde. „Ich hoffe, dass man sich dort auf eine Linie einigt. Und dann kommt es darauf an, sich hinter dem neuen Parteivorstand zu sammeln.”

Auch Wiard Siebels, Aurichs SPD-Landtagsabgeordneter, will die Wahl von Borjans und Esken nicht als Klatsche für die etablierte SPD-Führung verstanden wissen. „Es ist erstmal gut, dass es ein Ergebnis gibt”, sagte Siebels auf Nachfrage. Nun gelte es, sich um Inhalte und nicht um den Zustand der Partei zu kümmern. Er verriet, dass die designierten Parteivorsitzenden am Montag Thema in einer Fraktionssitzung des Landes-SPD gewesen seien. „Aber nur kurz”, sagte Siebels. Niemand in der Fraktion habe Zweifel daran gelassen, dass die Entscheidung der Basis respektiert werde. Daher gehe er auch von einem entsprechenden Wahlergebnis am kommenden Samstag aus. Er selber werde am Parteitag auch teilnehmen und sich dort direkt von den Inhalten überzeugen, sagte Siebels.

Aurichs Kreis-Fraktionschef Johannes Kleen sieht in der Wahl eine deutliche Abkehr der SPD-Mitglieder von der Regierungsverantwortung. „So muss man die Wahl wohl sehen”, sagte Kleen auf Nachfrage. Er bedauere allerdings die verhältnismäßig geringe Wahlbeteiligung, sagte Kleen, „und mich würde wirklich der Altersdurchschnitt der abstimmenden Mitglieder interessieren”, sagte Kleen.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN