Landkreis Aurich
Aus dem Gericht

Gefängnis nach Öl-Attacke

Die Angeklagte fügte ihrem Ehemann schwere Verbrennungen zu.

Von Martina Ricken

Aurich. Die 32-jährige Auricherin, die ihren schlafenden Ehemann mit heißem Öl übergossen hat, muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Schöffengericht des Auricher Amtsgerichts hat die Angeklagte gestern wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Die Angeklagte hatte ihren schlafenden Mann in der Nacht zum 3. Oktober vergangenen Jahres durch die Tat schwer verletzt. Rund 30 Prozent der Hautoberfläche wurden verbrannt. An den Folgen wird der Mann sein Leben lang leiden.

Die Angeklagte und ihr Mann, beide mit Wurzeln im Kosovo, hatten im Juni 2016 nach traditionellem Recht geheiratet. Sie wusste nicht, dass er schon seit Jahren eine Freundin hatte, die er wenige Tage nach ihrer Hochzeit schwängerte. Die Angeklagte trennte sie sich von ihrem Mann, kehrte jedoch nach langen Bemühungen seinerseits zurück. Doch es änderte sich nichts, das Verhältnis mit der anderen Frau bestand fort. Eine erneute Trennung verhinderte der Angeklagte, schlug auf die Angeklagte mit einem Gürtel ein und würgte sie. „Du kommst hier nur über meine Leiche raus“, soll er gesagt haben.

Die Angeklagte nahm Kontakt zur Freundin des Mannes auf. Beide erkannten, dass sie das gleiche Schicksal teilten. Es sei für die Angeklagte nicht einfach gewesen, sich von dem Mann zu trennen. „Sie brauchte Beweise, sonst hätte sie nicht zu ihrer Familie zurückgehen können“, verwies die Zeugin auf den kulturellen Hintergrund. Beide Frauen schmiedeten einen Fluchtplan. Die Angeklagte beteuerte, dass sie mit der Öl-Attacke verhindern wollte, dass der Angeklagte sie verfolgt und zurückholt.

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