Landkreis Aurich

Frische Pläne für das alte Landwirtschaftsmuseum

Museumsleiterin stellte Konzept und neue Ideen vor.

Von EZ-Redakteur

GüNTHER GERHARD MEYER

Tel. 0 49 21 / 89 00 45

Campen. Das Ostfriesische Landwirtschaftsmuseum Museum in Campen wird Stück für Stück zum kulturellen Zentrum in der Krummhörn ausgebaut. Das kündigte Bauamtsleiter Tinus Baumann im Bildungsausschuss des Gemeinderates an. Damit Museumsleiterin Sonja Wiltfang ihre Pläne umsetzen kann, will die Gemeinde jedes Jahr 4000 Euro zur Verfügung stellen. Eine Summe, die Wiltfang bereits in diesem Jahr für die Ausstellung „Nichts als Gras” durch Fördergelder vervielfacht hat.

Und auch sonst hat die Krummhörnerin eine glückliche Hand bewiesen: Nachdem bei ihrer Ankunft 2005 kaum jemand das Landwirtschaftsmuseum kannte, hat sie die Besucherzahlen von 2000 Gästen im ersten Jahr auf zuletzt 9000 gesteigert.

Doch der Erfolg hat seinen Preis: Längst reichen die Kapazitäten nicht aus, um die Projekte umzusetzen. Besonders beliebt sind mittlerweile der Gartentag, das Oldtimertreffen oder ein Gemüsemarkt. Landwirtschaft habe auch immer etwas mit Essen und Ernährung zu tun, sagte Wiltfang.

Viele Helfer konnte die Krummhörnerin inzwischen gewinnen, ein Arbeitskreis umfasst 40 Mitglieder, die an Projekten mitwirken, den Maschinenpark pflegen und auch sonst mit anpacken. Darunter sind auch Metallbauer und Schlosser, die sich mit den Maschinen auskennen.

Ziel des Museums ist die Vermittlung von Inhalten und die Arbeit mit Kindern, Schulen und Kindergärten. Dafür hat die Leiterin 300 Schulen und Kindergärten angeschrieben. Sie wirbt in einschlägigen Fachzeitschriften und im Internet. Sogar Ortsvorsteher hat sie angeschrieben, damit diese ihre Seniorenfahrten künftig nach Campen machen. Und vor allem auch die ältere Generation hat Wiltfang im Blick. „Viele verbinden mit den Exponaten Erinnerungen an die Kindheit.”

Im Museum geht es um den Wandel in der Landwirtschaft zwischen 1850 und 1950. „Mir geht es auch um die Menschen hinter den Maschinen”, betonte Wiltfang. Damit es nicht langweilig wird, sollen beispielsweise alle Hinweistafeln für die ausgestellten Traktoren und Geräte vereinfacht werden. „Wenn ich in ein Museum gehe, will ich nicht lesen, sondern gucken”, sagte Wiltfang.

Der Gulfhof Ohling, in dem das Landwirtschaftsmuseum Campen untergebracht ist, soll ebenfalls saniert werden. Das kündigte Bauamtsleiter Tinus Baumann an. Das Mauerwerk im Giebel des Vorderhauses werde saniert, es müssten neue Fenster und Türen eingesetzt werden. Sachverständige hatten Wurmbefall im hölzernen Gebälk des Gulfhofes entdeckt.

Museumsleiterin Sonja Wiltfang sprach von einem Nutzungskonzept, dass sie für das Vorderhaus entwickelt hat. Es könnte für übernachtungen genutzt werden, regte Kuno Erdtmann (SPD) aus dem Ausschus an.

Auf der Wunschliste von Wiltfang stehen Räume für museumspädagogische Zwecke, eine Küche, um regionale Gerichte zu kochen. Immerhin stehe die Ernährung im Zusammenhang mit Landwirtschaft. Besonders stolz ist Wiltfang auch auf das kleine Landarbeiterhaus, dass etwas versteckt neben dem Vorderhaus steht. Sie wundert sich über den Respekt der Besucher: „Es ist offen zugänglich, aber es wurde noch nichts kaputtgemacht.”

ggm

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