Landkreis Aurich
Seminare für Frauen

Frauen für die Kommunalpolitik begeistern

Die Gleichstellungsbeauftragten aus Aurich, Emden und Norden bieten in Kooperation mit den Kreisvolkshochschulen eine sechsteilige Fortbildungsreihe für engagierte Frauen an. Die Auftaktveranstaltung findet im September in Aurich statt.

Von Werner Jürgens

Aurich/Emden. Statistisch gesehen wird Politik hauptsächlich von Männern gemacht. Das muss nicht so bleiben, finden jedenfalls die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Aurich, Emden und Norden sowie des Landkreises Aurich. Deswegen organisieren sie jetzt in Kooperation mit den Volkshochschulen eine Fortbildungsreihe mit dem Ziel, mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu begeistern. Eine unverbindliche und kostenlose Auftaktveranstaltung findet am 25. September an der Auricher Kreisvolkshochschule statt. Anschließend haben Interessentinnen die Möglichkeit zur Teilnahme an sechs Wochenendseminaren, die abwechseln in Aurich, Norden und Emden über die Bühne gehen werden.

Die Zahlen sprechen in der Tat eine recht klare Sprache: Mit 31 Prozent ist der Frauenanteil im Deutschen Bundestag so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Trotzdem liegt das immer noch auf einem leicht höheren Niveau als im aktuellen Niedersächsische Landtag, der lediglich zu 28 Prozent weiblich besetzt ist. In den niedersächsischen Kommunalparlamenten kommen Frauen im Schnitt gerade einmal auf 24 Prozent. Diese Quote entspricht auch so ungefähr ihren jeweiligen Anteilen in ostfriesischen Kreistagen (z. B. in den Landkreisen Aurich und Wittmund) und Stadträten (z. B. in Emden und Norden). „Das ist durchaus typisch, dass die Quote in ländlichen Regionen, bis auf ein paar Ausnahmen, niedriger ist“, meint die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Aurich Frauke Jelden. Frauen seien hier oft aufgrund beruflicher und/oder familiäre Verpflichtungen weniger flexibel. „Hinzu kommt, dass sie sonst bestimmt mindestens bis nach Oldenburg fahren müssten, um solche Referentinnen, wie wir sie jetzt bei unseren Seminaren haben, erleben zu können“, ergänzt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Norden Elke Kirsten.

Wochenendseminare

Eines der sechs Wochenendseminare beschäftigt sich daher auch explizit mit der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik. Darüber hinaus werden die Grundlagen und der allgemeine Strukturwandel der Kommunalpolitik beleuchtet. Weitere Schwerpunkte sind praktische Tipps z. B. zu Rhetorik, Stress-Management, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Umgang mit den sozialen Medien. Als Expertinnen sind u. a. die Pressesprecherin des Landkreises Friesland Nicola Kamires, die ehemalige Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und die Kämmerin Irene Saathoff eingeladen. „Es geht auch darum, Netzwerke aufzubauen“, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich Birgit Ehring-Timm. „Ein Grund, warum Männer die Politik dominieren, ist nämlich, dass sie schon lange über solche Netzwerke verfügen, die meisten Frauen aber eben noch nicht.“

Die Zielgruppe, die mit den Seminaren angesprochen werden soll, ist durchaus breit gefächert. „Bisher hatten wir Teilnehmerinnen aus den verschiedensten Alters- und Gesellschaftsschichten“, berichtet Regine Horst von der Kreisvolkshochschule Aurich-Norden. „Das ging von Anfang 20-Jährigen bis hin zu Rentnerinnen. Und trotz der unterschiedlichen Perspektiven hatten wir immer ein sehr gutes und ausgewogenes Diskussionsklima.“ Analog dazu ist das selbst gesteckte Nahziel, über die 2021 in Niedersachsen anstehende Kommunalwahl mehr Frauen auf regionaler Ebene in die Parlamente zu bringen, allenfalls ein Zwischenziel. „Unser Angebot richtet sich generell an jede Frau, die politisch etwas bewegen möchte, sei es nun für die Umwelt oder in der Schule oder als ehrenamtlich engagierte Mitarbeiterin für ihren Verein“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Emden Okka Fekken.

Die sechs Wochenendseminare erstrecken sich über einen Zeitraum von November 2019 bis Juni 2020. Die Termine sind jeweils freitags von 18 Uhr bis 21.15 Uhr und samstags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr. Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 100 Euro. „Dieser günstige Preis ist nur deswegen möglich, weil wir vom Landkreis Aurich und von der Stadt Emden finanziell unterstützt werden“, sagt Silke Santjer von der VHS Emden. „Deswegen setzen wir eine Teilnahme an mindestens 80 Prozent der Veranstaltungen voraus, weil das sonst wenig Sinn machen würde. Wer sich nur für ein einzelnes Modul interessiert, dürfte in unserem regulären Kursprogramm sicherlich auch so ein entsprechendes Angebot finden.“

Weitere Informationen und Ansprechpartnerinnen:

Landkreis Aurich: Frauke Jelden, 04941/16-1660, fjelden@landkreis-aurich.de

Stadt Aurich: Birgit Ehring-Timm, 04941/12-1900, ehring-timm@stadt.aurich.de

Stadt Emden: Okka Fekken, 04921/87-1299, fekken@emden.de

Stadt Norden: Elke Kirsten, 04931/923-407, elke.kirsten@norden.de

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