Landkreis Aurich
Gewässer trocknet aus

Fischsterben im Simonswolder Sandwater

Die Wasserfläche des Kleinods wird immer kleiner und versandet zunehmend. Eigentümer wollen Abhilfe leisten.

Von Hans-Ulrich Meyer

Simonswolde. Tote Fische schwimmen auf dem Wasser, ausgetrocknete Uferzonen erinnern an eine Wüstenlandschaft, die wachsende Verlandung des Sandwaters nimmt dramatische Formen an und viele Menschen aus Simonswolde sind in großer Sorge. Auf der kleinen Aussichtsplattform am Krummlandsweg steht der Simonswoldmer Johann Schuster (70) und erinnert sich: „Früher haben wir gleich hier an der kleinen Brücke auf beiden Seiten gebadet, heute ist alles zugewachsen und versandet, die Fische haben immer weniger Lebensraum und der Klimawandel tut sein Übriges zum Fischsterben“.

Stefan Dreyer (24) ist selber Angler und ist sich sicher, dass der fehlende Zu- und Abfluss des Sandwaters zum Fischsterben beiträgt“ und betont weiter: „Es reicht nicht Schilder aufzustellen, die auf das Naturschutzgebiet hinweisen, sondern die Verantwortlichen stehen in der Pflicht endlich zu handeln“.

Die Emder Zeitung sprach mit Hilko Nieland vom Bezirksfischereiverband Ostfriesland (BVO), der das Sandwater von den Emder Stadtwerken gepachtet hat. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Binnensee Sandwater dramatisch verändert und entwickelt sich immer mehr zu einem Biotop. Zwar finden Grau- und Silberreiher hier noch natürliche Lebensräume, allerdings durch die ausbleibenden Niederschläge und dem fehlenden Zu- und Abfluss gibt es keine Bewegung im Gewässer”. Der Bezirksfischereiverband hat bereits einige Fischarten wie Hechte, Zander und Aale in das tiefere Gewässer Fehntjer Tief umgesiedelt, viele Angelfreunde stellen sich aber auch die berechtigte Frage, ob die Pacht für ein totes Gewässer ohne Fische noch erstrebenswert ist. Im Zuge einer Flurbereinigung wurde das Sandwater 1962 eingedeicht, ein Teil des Binnenmeeres ist durch einen Straßendamm abgetrennt worden. Seither hat es keinen natürlichen Zulauf mehr.

„ Wir haben mittlerweile mit allen Verantwortlichen eine Arbeitsgemeinschaft gegründet und möchten in allen Jahreszeiten die Entwicklung vor Ort beobachten, eine Analyse vorbereiten sowie eine Machbarkeitsstudie erstellen, um Flora und Fauna aufzuwerten, wir brauchen gute Maßnahmen, die langfristig angelegt sind“, sagten Andreas Polle und Dennis Klüver von den Stadtwerken Emden als Eigentümer des Gewässers Sandwater.

Christian Kramer von der Unteren Naturschutzbehörde in Aurich machte deutlich: „Die Gemeinde Ihlow hat unter dem Motto Natura 2000 (Flora-Fauna-Habitat- Richtlinie EU) einen Förderantrag initiiert, denn das Sandwater bietet trotz allem wertvollen Lebensraum als Nist- und Nahrungsraum für Schilfbrüter und Wasservögel, wir werden gemeinsam eine Lösung erarbeiten, der Weg ist das Ziel.“

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