Landkreis Aurich
Rettungsdienst

Feuerwehr setzt auf virtuelle Übungen

Die Kameraden in Wiegboldsbur wollen sich weiterhin regelmäßig treffen.

Von Werner Jürgens

Wiegboldsbur. Übung macht bekanntlich den Meister. Das ist auch und gerade bei den Feuerwehren nicht anders Aber wie lässt sich so etwas bewerkstelligen, wenn in Zeiten von Corona wegen der Ansteckungsgefahr Zusammenkünfte jedweder Art tunlichst gemieden werden sollten? Die Feuerwehr in Wiegboldsbur will dieses Problem nun virtuell lösen.

Wie fast alle freiwilligen Feuerwehren musste auch die in Wiegboldsbur ihre Übungsdienste absagen, um das Infektionsrisiko nicht unnötig erhöhen. Normalerweise finden die Treffen immer jeden Montag um 19 Uhr im örtlichen Feuerwehrhaus statt. Der Termin soll auch weiterhin beibehalten werden, nur dass die Kameradinnen und Kameraden sich zukünftig über den Messenger-Dienst „Whatsapp“ austauschen wollen. „Da geht es selbstverständlich nicht um irgendwelche sensible Daten“, betont Manuel Goldenstein. Der Wiegboldsburer Feuerwehrmann, der zudem Pressesprecher der Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Aurich ist, gehört mit zu den Ideengebern der Aktion. „Hauptsächlich möchten wir uns mit Dingen wie Merkblättern zu allgemeinen Dienstvorschriften oder Lehrvideos beschäftigen, wie sie ohnehin im Internet verfügbar sind“, erläutert er die Hintergründe des Vorhabens. Die Entscheidung, dafür ausgerechnet den Messenger-Dienst „Whatsapp“ zu nutzen, war für ihn vor allem deswegen naheliegend, „weil dort bereits eine entsprechende Gruppe existiert und wir das Material dadurch relativ leicht und unkompliziert an unsere einzelnen Leute schicken können“, so Goldenstein.

Die konkrete inhaltliche Gestaltung der virtuellen Übungseinheiten bewegt sich allerdings einstweilen noch im Experimentierstadium. „Wir müssen selber auch erst einmal herausfinden, was am besten funktioniert“, meint Goldenstein. „Ich stelle mir das so vor, dass wir ein Informations-’Paket’ zum Beispiel mit Videos oder PDF-Dokumenten zu einem bestimmten Thema schnüren, um das innerhalb der Gruppe miteinander zu besprechen.“ Inwieweit das Modell auf andere Feuerwehren übertragen werden könne, müsse sich dann zeigen, wobei „uns bereits einige Anfragen von Feuerwehren vorliegen, die die Idee gut finden und die sich überlegen, etwas ähnliches zu machen“, sagt Goldenstein, der auch in den eigenen Reihen sofort breite Zustimmung erntete. „In einer Zeit mit solchen Möglichkeiten sollten wir diese auch nutzen“, lobt der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Wiegboldsbur Karl-Heinz Freimuth die Aktion.

Ungeachtet dessen bräuchten sich die Bürgerinnen und Bürger jedoch angesichts des Wegfalls praktischer Übungsstunden keinerlei Sorgen über eine etwaige verminderte Leistungsfähigkeit der Feuerwehren zu machen. „Unsere Feuerwehren sind auch ohne solche Übungen sofort und jederzeit einsatzbereit“, wie Goldenstein ausdrücklich betont. Dennoch könne ein bisschen Übung, selbst wenn es nur auf virtueller Ebene geschehe, nie schaden.

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