Landkreis Aurich
Aus dem Rat

Feddermann beschwört den Sparkurs

Aurichs neuer Bürgermeister wurde vereidigt. Weniger Ausgaben und mehr Transparenz sollen Leitthemen sein.

Von Peter Saathoff

Aurich. Horst Feddermann will Aurichs Gürtel deutlich enger schnallen. Das verdeutlichte das Auricher Stadtoberhaupt (parteilos) direkt im Anschluss an seine formelle Vereidigung am vergangenen Donnerstag. In der Ratssitzung hatte der stellvertretende Bürgermeister Hinrich Röben (SPD) dem Wahlsieger den Amtseid abgenommen. Direkt im Anschluss verlas Feddermann seine Grundsatzrede. Die Hauptthemen: Sparsamkeit und mehr Transparenz zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit.

Um diese Ziele zu erreichen, solle die Politik gemeinsam mit ihm, „Verantwortung übernehmen und die Zukunft gestalten”, sagte Feddermann. „70 Prozent der Bürger wünschen einen Paradigmenwechsel”, sagte Feddermann. „Das muss in Politik und Verwaltung beachtet werden.” Er als Bürgermeister wolle die unterschiedlichen Positionen zusammenführen, die besten Lösungen erarbeiten und zugleich innerhalb der Verwaltung „ein guter Chef” sein, der seinen Mitarbeitern eigene Gestaltungsräume gewähre.

Dafür müsse er Verwaltungsstrukturen ändern. Welche das konkret sein sollen, ließ Feddermann am vergangenen Donnerstag offen. Bekannt ist bereits, dass der Bürgermeister zukünftig selber Chefkämmerer der Stadt werden wird. Auch die Wirtschaftsförderung sowie die Leitung der Aurich Hallen- und Bädergesellschaft (ABH) sollen in sein Tätigkeitsfeld wandern. Bis dato waren das Aufgabengebiete des Ersten Stadtrats und Wahlkontrahenten Hardwig Kuiper.

Gerade die Finanzen blieben auch in seiner Grundsatzrede Hauptsteckenpferd von Feddermann. „Der Haushalt wird von vielen Menschen seit Jahren kritisch gesehen”, sagte der Bürgermeister. Obwohl die Stadt in den vergangenen Jahren viel erreicht habe, habe sich die Kreisstadt wie „ein überladenes Schiff in Richtung Seetiefe” bewegt. Damit solle unter ihm nun Schluss sein.

Dafür müssten „einige Projekte” auf den Prüfstand. Namen nannte er nicht. Dass aber die Auricher Stadtwerke ganz oben auf seiner Liste stehen, ist ein offenes Geheimnis. Auch über das EEZ hat sich Feddermann bereits mehrfach kritisch geäußert. Einen kompletten Stillstand solle es dem Sparkurs zum Trotz dennoch nicht geben, kündigte er an.

„Aurich ist schön und hat viel Potenzial”, sagte Feddermann. Die Kreisstadt sei Hauptanziehungspunkt in der Region und ein kultureller Mittelpunkt. Das müsse auch in Zukunft so bleiben. „Außerdem müssen wir uns der Innenstadt widmen.” Obwohl die Ortsteile bedeutend seien, mache erst eine Innenstadt eine gesamte Stadt wirklich wichtig.

Auf den Bänken kam die Rede unterschiedlich an. Der Erste Stadtrat blickte versteinert, auch bei den größten Parteien SPD und CDU grinste keiner. Zufriedener blickten Auricher Wählergemeinschaft (AWG) und GfA, Unterstützer von Feddermann.

Am Samstag gibt es die erste offene Bürgersprechstunde. Zwischen 10 und 12 Uhr können Interessierte im Familienzentrum mit Feddermann sprechen.

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