Landkreis Aurich
Freude über Kittel-Uhr

Ein Meisterstück fürs Rathaus

Die Stadt Aurich hat von dem Uhrmacher Helmut Tüxen sowie der Fielmann Stiftung eine Standuhr von Friedrich Adolf Kittel überlassen bekommen.

Von Maike Thien

Aurich. 1831 - diese Zahl ist auf die Rückseite einer Standuhr eingraviert, die seit einiger Zeit im ersten Stock des Auricher Rathauses zu bewundern ist. Somit ist das Bauwerk bereits 188 Jahre alt, was aber nicht die einzige Besonderheit dieser Uhr ist. Gebaut wurde sie nämlich von Friedrich Adolf Kittel, Mitglied der Uhrmacherfamilie Kittel, die seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Aurich ansässig ist.

„Wir gehen davon aus, dass es sich bei der Uhr um das Meisterstück von Friedrich Adolf Kittel handelt, da die Uhr sehr kunstvoll gestaltet wurde und sehr genau läuft. Es wurde viel Wert auf Präzision gelegt”, sagte Helmut Tüxen, Uhrmacher aus Westensee bei Kiel, am Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs. Laut seiner Aussage hätte die Uhr Ähnlichkeit mit französischen Uhren der damaligen Zeit. „Ich gehe davon aus, dass Kittel eventuell in Frankreich gelernt hat”, erzählte Tüxen über Kittels Werk, das aus Eichenholz bestehe und so gebeizt worden sei, dass es nach Mahagoni aussehe. „Die Uhr besteht aus circa 50 Teilen, was recht minimalistisch ist. Der Anspruch muss wohl einfach der gewesen sein, dass die Uhr möglichst genau geht, was mit größeren Bauteilen einfacher umzusetzen ist. Dennoch ist sie sehr fein ausgeschmückt”, so Tüxen weiter.

Die Uhr habe er vor zwei Jahren angeboten bekommen. „Ein Erbe wusste zwar, dass die Uhr wertvoll ist, konnte aber nicht viel damit anfangen. Wir haben uns dann in Hamburg-Nord getroffen, wo die Uhr in einem Lagercontainer stand, nachdem er die Wohnung seiner Eltern leegeräumt hatte”, erläuterte Tüxen, dem der Name Kittel ein Begriff ist. „Der Erbauer der Uhr war der Vater von Adolf August Kittel, einem der berühmtesten Chronometermacher Deutschlands und Erbauer von Präzisionspendeluhren”, sagte Tüxen, der daraufhin bei dem eingravierten Namen „Kittel” aufmerksam wurde.

Da das Gehäuse in einem guten Zustand war, das Uhrwerk allerdings nicht, musste er zunächst restauratorisch tätig werden, ehe er an Jürgen Oswald von der Fielmann Stiftung herantreten konnte. Dieser hat sich dann wiederum mit Aurichs Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst in Verbindung gesetzt. „Die Stiftung fördert pro Jahr 200 Museen. Der Schwerpunkt liegt auf kleinen und mittelgroßen Museen mit nur geringen Anschaffungsetats”, erklärte Oswald während des Pressegesprächs. Gemeinsam hätten sie zunächst überlegt, die Uhr der Ostfriesischen Landschaft zur Verfügung zu stellen. „Wir haben uns dann allerdings für das Rathaus entschieden, um die Uhr in einem öffentlichen Rahmen präsentieren zu können”, so Oswald.

Bürgermeister Windhorst zeigte sich im Gespräch begeistert von der alten Kittel-Uhr. „Es ist für spätere Generationen eine schöne Erinnerung an das Traditionsgeschäft”, sagte das Stadtoberhaupt.

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