Landkreis Aurich
Verbraucherzentrale warnt

"Die Fake-Shops sprießen"

Betrügereien im Internet sind auf dem Vormarsch. Auch unerlaubte Telefonwerbung wieder häufiger.

Von Peter Saathoff

Aurich. Dubiose Fake-Shops bereiten der Auricher Verbraucherzentrale zurzeit Sorgen. Diese sehen großen oder kleineren Versandhändlern täuschend ähnlich, häufig unterscheidet sich nur ein Buchstabe in der Internetadresse vom Original. Auf diese Gefahr haben Karin Itzen und Mareke Eilers von der Verbraucherzentrale sowie Holger Glaub, Energieberater der Verbraucherschützer, am Mittwoch in ihrer Bilanz-Pressekonferenz hingewiesen.

In diesen Shops bieten die Händler vermeintliche Originalwaren zu Dumpingpreisen. Tatsächlich erstehen die Käufer aber nur billige Plagiate. Wenn sie sie denn überhaupt erhalten. Da die Produkte aus China stammen, kontrolliert der Zoll - und der behält die unerlaubten Plagiate ein. „Vor dem Kauf die Internetadresse und das Impressum überprüfen”, rät Beratungsstellenleiterin Itzen im Pressegespräch. Falls die Betrugsfalle doch zugeschnappt haben sollte, sollten Betrogene sich an die Verbraucherzentrale wenden. „In einem Fall hatten wir einem Kunden helfen können, der auf einen Shop aus Estland reingefallen war”, erzählte Eilers, die seit Januar das Auricher Team verstärkt.

Ein wiederkehrendes Problem, das in den vergangenen Jahren reduziert schien und nun wieder verstärkt auftritt, seien telefonische Werbeanrufe. Dabei ginge es zum einen um Energieverträge, zum anderen um angebliche Preise bei Gewinnspielen, die zu Zeitschriftenabonnements und Versicherungsverträgen führten. In einigen Fällen sogar zu beidem.

Bei den Energieversorgern geben sich Menschen als lokale Energieversorger aus, die Zählerstände ermitteln und günstigere Tarife anbieten wollen. Gäben Angerufene ihre Zählerstände raus, bekämen sie wenige Wochen später Post mit Vertragsabschlüssen anderer Energieversorger - und Kündigungsbestätigungen ihrer bisherigen Anbieter. Wichtig sei, laut Itzen, bei Anrufern nach Name und Rufnummer zu fragen und sich Uhrzeit des Anrufs zu notieren. Diese Infos sollten Angerufene der Bundesnetzagentur übermitteln, „damit dagegen vorgegangen werden kann. Das ist schließlich verboten”, so Itzen.

Eine neue Masche sei die Handwerkermasche. „Das ist mit der Schlüsseldienstmasche vergleichbar”, sagte Eilers. Im konkreten Fall ging es um einen Rohrreiniger. Eine Frau aus Aurich sei im Internet auf einen 24-Stunden-Dienst für Rohrreinigungen gestoßen. Bei der angegebenen Nummer handelte es sich dann um einen Anbieter aus Regensburg, der behauptete, eine Dependance in Aurich zu haben. Von dort solle es nur zehn Minuten bis zur Anruferin dauern. Tatsächlich waren die Handwerker sechs Stunden unterwegs und riefen mehrfach bei der Frau an, um ihre Verspätung zu entschuldigen. Bezahlen sollte die Frau dann in bar. „Da hat sie richtig gehandelt und sich geweigert”, erzählte Eilers.

Auch lokal vor Ort in Aurich gäbe es Probleme. Vor allem im Mobilfunkbereich. Dort käme es immer wieder zu unerwünschten Doppelverträgen. In einem speziellen Fall sei einem Mann von einem Telekommunikationsunternehmen ein LTE-Tarif für seine Adresse empfohlen worden, „obwohl LTE dort gar nicht verfügbar war”, erzählte Itzen. Als der Kunde sich beschwerte, bekam er einen neuen Vertrag. Der alte blieb allerdings bestehen, sodass er plötzlich zwei bezahlen sollte. „Da konnten wir helfen.”

Insgesamt kam es in 2018 zu 1480 Fach- und Rechtsberatungen sowie 885 Auskünften. Fast 40 Prozent betrafen Verbraucherrecht, etwa zu Handwerkerdiensten, Abonnements oder Kaufverträgen. In 30 Prozent der Fälle waren es Telefon- und Internetverträge, die beanstandet wurden. In 2017 waren es noch 806 Kurzinfos und Auskünfte sowie 1069 Fach- und Rechtsberatungen.

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