Landkreis Aurich
Bahnverkehr für Aurich

Die Bahnhoffnung liegt in Hannover

Der Auricher Verein „Ran an die Bahn” fordert mehr ostfriesischen Druck in Richtung Landesregierung. Eine Infoveranstaltung ist für Freitag angesetzt.

Von Peter Saathoff

Aurich. Helmut Wendt ist 72 „und langsam wird es Zeit, dass sich da etwas tut.” „Da” ist etwa einen Kilometer entfernt vom Café Philipp in Aurichs Burgstraße, in dem Wendt am Montag sitzt und für einen weiteren Anlauf wirbt, Aurich „ran an die Bahn” zu bringen. Der Vorsitzende des Mobilitätsvereins schielt auf das ehemalige VOST-Gelände, das immer wieder als potenzielle Fläche für eine Bahn-Haltestelle durch die Gazetten geistert, ohne, dass sich da freilich tatsächlich etwas Spürbares entwickelt. „Und das muss so langsam mal passieren”, findet Wendt. An diesem Freitag, 21. Februar, will Wendt in einer Infoveranstaltung für einen Personenschienenverkehr in die Kreisstadt werben.

Eingeladen sind Politiker, Bürgermeister und die interessierte Öffentlichkeit. Erste Zusagen hat Wendt bereits bekommen. Kreisrat Dr. Frank Puchert hat seine Anwesenheit im Auricher Europahaus angekündigt. Dieter Dirksen, stellvertretender Bürgermeister aus Südbrookmerland ist auch dabei, wenn es um die Reaktivierung der Bahnstrecke Aurich-Abelitz-Emden für Personen geht. „Wir hoffen noch, dass der eine oder andere Würdenträger kommt”, sagte Wendt am Montag im Pressegespräch.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hätte Wendt wohl auch gerne begrüßt. Mit dem Niedersächsischen Umweltminister hatte Wendt bereits im Vorfeld ein Gespräch und zeigt sich nun ein wenig optimistischer über die Wahrscheinlichkeit einer Bahnhaltestelle in der Kreisstadt. Der Minister habe zuletzt darauf hingewiesen, dass in Deutschland 40 Milliarden Euro für den Klimaschutz ausgegeben werde. „Davon könnte doch eine auch nach Ostfriesland wandern und hier den Umbau ermöglichen”, sagte Wendt. Dafür denkt der Bahnanhänger an ein Pilotprojekt, basierend auf Wasserstoff. Seit 2018 fährt im Elbe-Weser-Netz bereits ein wasserstoffbetriebener Zug. Etwas Ähnliches stellt sich Wendt auch für Aurich vor.

Auch um die lokale Verkehrswende einzuleiten. „Überall ist die Rede von Verkehrswende und Energiewende”, sagte Wendt. „Dann müssen wir auch mal mit Aktionen anfangen.” Er hoffe, dass das Land Niedersachsen seine bisherige Zurückhaltung beim 40-Milliarden-Euro-Topf aufgebe und aktiv einen Anteil einfordert.

Dafür wünscht er sich entsprechend deutlich formulierte Forderungen von Stadt und Landkreis. Während der Landkreis mit dem Nahverkehrskonzept die Weichen für die zukünftige ÖPNV-Versorgung im gesamten Kreisgebiet stellt, steht die Stadt Aurich eigentlich nur als Zaungast am Seitenaus. Aber eben nur eigentlich. Denn die Stadt kann zumindest eine Fläche für eine zukünftige Bahnhaltestelle ausweisen. In dieser Hinsicht schielt Wendt auf das ehemalige VOST-Gelände, das von Bahnbefürwortern der Grünen und der Linken immer als potenzielles Bahnhofsgelände hochgehalten wird.

„Aber dafür müsste die Stadt ihren ZOB verlegen”, sagte Wendt und da tue sich das Rathaus eben schwer. Dabei müsse dringend etwas passieren, auch um Aurichs Anspruch als „Erlebnisstadt” zu rechtfertigen. „Die Menschen sollen nach Aurich kommen und etwas erleben - dann müssen sie auch kommen und gehen können”, sagte Wendt, der aktuell bei den Auricher Wissenschaftstagen von vielen Dozenten irritierte Fragen nach dem nicht vorhandenen Bahnhof wahrnimmt. „Aber auch für Besucher der Sparkassen-Arena ist das ungünstig.”

Nun hofft er auf ein Einsehen von Politik und Verwaltung. Zumindest was seine Infoveranstaltung am Freitag, 19 Uhr, im Europahaus angeht, wird er beim Bürgermeister kein Glück haben: Horst Feddermann hat keine Zeit.

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