Landkreis Aurich
Diskussionsrunde in Timmel

Der Wolf und die Ostfriesen

Im Reitsport-Touristik-Centrum wurde zum Thema „Der Wolf in Ostfriesland: Jäger oder Gejagter? Wie kann Pferde- und Weidetierhaltung in Ostfriesland parallel zum Wolf existieren?“ diskutiert.

Von Gerd-Arnold Ubben

Timmel. Jäger oder Gejagter? Auf großes Interesse ist am vergangenen Dienstagabend eine Veranstaltung des FDP-Kreisverbandes Aurich/ Norden im Reitsport-Touristik-Centrum Ostfriesland gestoßen. Dort wurde lebhaft zu dem Thema „Der Wolf in Ostfriesland: Jäger oder Gejagter? Wie kann Pferde- und Weidetierhaltung in Ostfriesland parallel zum Wolf existieren?“ diskutiert. Die Moderation lag in den Händen der FDP-Keisvorsitzenden Sarah Buss.

Den Anfang machte Georg Menke von den Weidetierhaltern Deutschland (WNoN) vor 130 interessierten Zuhörern. Ein konfliktfreies Zusammenleben zwischen Menschen, seinen Weidetieren und dem Wolf sei nicht möglich, so der Referent. Die von breiten Teilen der Bevölkerung gewünschte Weidetierhaltung stehe vor dem Aus, die Sicherungsmaßnahmen würden sich alleine in Niedersachsen auf 156 Millionen Euro belaufen. Menke forderte, Wölfe zu töten, wenn sie sich Menschen oder menschlichen Ansiedlungen näherten oder Weidetiere rissen. Die bisherige Wolfspolitik, so Menke, habe einen falschen Ansatz verfolgt, es werde ein aktives, bundesweites Wolfsmanagement benötigt. Eine Illusion sei es, das Wolfsproblem durch Zäune lösen zu können.

„Das Problem ist, wie gehen wir in einer Kulturlandschaft mit solch einem Phänomen um. Der Wolf ist ein besonderes Tier und löst Emotionen aus. Für die Politik ein sehr schwieriges Thema, bei dem viel polarisiert wird“, äußerte sich Staatssekretär Frank Doods (SPD) vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, der sich im Laufe des Abends unter anderem anhören musste, dass die Politik versagt habe und nichts Sinnvolles gegen den Wolf unternehme.

Dies bestritt er und verwies auf die Gesetzesvorlagen, durch die Tier- und Artenschutz etabliert worden seien. Der Umgang mit dem Wolf sei rechtlich geprägt. Darüber hinaus beklagte er, dass Drohungen gegen Wolfsberater ausgesprochen würden, das sei nicht hinnehmbar. In der Diskussion hielt sich der Auricher Wolfsberater Jürgen Liebert zurück.

Ebenfalls zu Wort meldete sich Gero Hocker (FDP, MdB). Ihm falle kaum etwas ein, wo sich die Politik in den letzten Jahren derart getäuscht hätte, wie beim Wolf. Er sprach sich für eine Bejagung aus.

Dazu äußerten sich auch Hayo Wolters aus Großefehn und Onno Reents, Vorsitzender der Jägerschaft Aurich und ebenfalls aus Großefehn. „Mein Vorschlag ist, die Landesregierung sollte Räume ausweisen, wo der Wolf leben kann. Die Politik hat keinen Arsch in der Hose, entsprechende Gesetze zu erlassen. Meiner Ansicht nach gehört der Wolf ins Jagdrecht, wobei die Haftung außen vor bleiben muss”, äußerte sich Wolters. „Die sich für den Wolf aussprechen, sitzen meistens in den Städten und verniedlichen ihn. Den Wolf mit ins Jagdrecht zu nehmen, gibt es mit mir nicht. Dann wären wir wieder die Sündenböcke“, sagte Reents.

Im weiteren Verlauf des Abends äußerten sich noch weitere Besucher zur Diskussion. Einer von ihnen war Arnold Veneman aus Jemgum: „Im Rheiderland wurden 20 Schafe gerissen. Der Wolf gehört hier einfach nicht her.” Wolfsbefürworter meldeten sich in Timmel nicht zu Wort, die Redner forderten die Politik zum Handeln auf.

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