Landkreis Aurich

„De Schlödel is in de Dör”

Partnerschaft zwischen Krummhörn und Grundy Center in Iowa.

Pewsum. Die Partnerschaft zwischen der Krummhörn und dem Städtchen Grundy Center in Iowa nimmt konkrete Formen an. Bürgermeister Johann Schneider wird vom 22. bis 29. April in den mittleren Westen der USA zu reisen, hier fanden vor mehr als 100 Jahren die ersten Krummhörner eine neue Heimat. In dieser Woche stellten auch Helmut Fischer vom Medienzentrum Norden und Hans-Jürgen Tabel von der Ländlichen Akademie Krummhörn zwei Filme vor, auf dem der erste Besuch in Iowa vor 15 Jahren dokumentiert wurde. Damals wurde dort für die Nachfahren der Auswanderer das Musical „Achter de Sünn an” aufgeführt.

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Der Schlüssel sei wieder in der Tür, kommentierten Fischer und Tabel die neuen Anstrengungen, den Kontakt zu den Amerikanern aufzunehmen. „Dor is nu¬¥ wedder een Schlötel för elker Dör un wi könnt noch eenmal een Koppke Tee mit de US-Ostfreesen in Iowa und Illinois drinken”, sagte Fischer.

Dieser leicht veränderten Filmtitel der neuen DVD aus dem Medienzentrum Norden des Landkreises Aurich spiegele die Grundstimmung zum Projekt „Städtepartnerschaft mit Gundy Center (Iowa)” wieder. Sie entstand 1995 und 1997. Bürgermeister Johann Saathoff brachte es dabei auf den Punkt: „Wir wollen diese Partnerschaft institutionalisieren, es ist die richtige Zeit.” Der Schwerpunkt liege auf der Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde. Das Ziel sei eine Vernetzung.

Hans-Jürgen Tabel war im Jahre 1995 mit auf der großen Reise in den mittleren Westen der USA, als fast 150 Mitglieder der Ländlichen Akademie Krummhörn mit ihrem Erfolgsmusical „Achter de Sünn an / Follow the sun” in Buffalo Center und Grundy Center je zweimal auftraten. „Es war ein fantastisches Projekt mit einer unglaublichen Resonanz.” Hervorzuheben sei dabei, dass vor Ort alle privat in den kleinen Dörfern oder auf den großen Farmen in Familien untergebracht waren. Es wurden Freundschaften geschlossen, die noch heute bestehen.

Tabel überbrachte als Vorabinformation das „Ostfriesen Neues Blatt” von Eastfrisian Heritage Society aus Grundy Center mit, einer vierteljährlichen Zeitschrift, die an über 400 Mitglieder verschickt wird. Noch ist diese „Society” aktiv, hält den Kontakt und die Erinnerungen an die Heimat ihrer Vorfahren wach. „Es sollen und müssen Vorurteile abgebaut werden, ich wünsche mir Schulpartnerschaften, die moderne digitalen Techniken wie Internet oder Webcam können hier die Brücken schlagen”, betonte Saathoff.

Der Bau dieser Brücke läuft bereits in den Pewsumer Schulen an, wie Christine Schmidt, Geschäftsführerin der Ländlichen Akademie Krummhörn, berichtete. Es gebe fünf Arbeitsgemeinschaften, die sich jeden Nachmittag träfen, alle Pewsumer Schulen seien integriert und engagierten sich. Die Themenvielfalt orientiere sich an der Konzeption des Projektes „Heimat in der Fremde”. Seitens des Landkreises Aurich wird das Medienzentrum Norden das Projekt mit Foto- und Filmausstattung unterstützen, denn das Projekt soll bis zum Ende des Jahres als Dokumentarfilm archiviert und zusammen mit einer Ausstellung der öffentlichkeit präsentiert werden.

Die zwei DVD¬¥s erinnern an die Reise im Jahre 1995 und 1997. Das Originalfilmmaterial ist im Medienzentrum Norden digitalisiert worden. Sie erinnern an die LAK-Aufführungen und die Patchwork-Ausstellungen im Jahre 1997. Eindrucksvoll sind in den fünf Filmen insbesondere die in Plattdeutsch geführten Interviews mit Menschen, die ihre Herkunftssprache nicht verlernt haben.

Bürgermeister Johann Saathoff indessen freut sich bereits auf die Kontakte. Er will im April „Stompt Toffels mit Stip und grüne Bohnen” beim „Annual German Meal” im Grundy Center Community Building” genießen und den Anfang einer hoffentlich bedeutungsvollen Partnerschaft beginnen lassen.

E Die DVD¬¥s gibt es im Medienzentrum Norden, Gartenstraße 1, 26506 Norden unter Tel. 0 49 31 / 93 15 15 oder mznorden@landkreis-aurich.de für je 10 Euro.

hf/ggm

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