Landkreis Aurich

„Das Dorf Suurhusen soll und muss sich verändern”

Experten gaben Tipps, wie der alte Ortskern wiederbelebt werden kann.

Von EZ-Redakteurin

JANINE SCHALLER

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Suurhusen. Der Verödung des Ortskerns von Suurhusen will eine Gruppe von Dorfbewohner verstärkt entgegenwirken. Das ist das Ergebnis einer Diskussion, zu der am Dienstagabend der SPD Ortsverein (OV) eingeladen hatte. Von den rund 50 Zuhörern erklärten sich spontan zehn bereit, eine Dorfwerkstatt zu gründen, in der Ideen entwickelt und ein Veränderungsprozess angeschoben werden soll.

Die Anregung zu der Dorfwerkstatt kam von der Emder Diplom-Ingenieurin Luise Fauerbach-Geiken von der Planungsgruppe Ländlicher Raum. Ausgehend von den Grundproblemen - Verlust landwirtschaftlicher Hofstellen, Rückgang der Bevölkerungszahl, Überalterung - zeigte sie verschiedene Möglichkeiten auf. ###STOP###„Es gibt in Suurhusen gute Voraussetzungen, mit neuen Ideen etwas auf die Beine zustellen”, sagte Fauerbach-Geiken. Die Hauptaufgabe, den Ortskern wiederzubeleben, könne unter anderem gelöst werden, indem Flächen neu strukturiert und Leerstände aufgelöst werden sowie im Bestand gebaut wird. Mit Hilfe einer entsprechenden Initiative aus dem Dorf sieht Fauerbach-Geiken dafür realistische Chancen.

Unterstützen will den Veränderungsprozess die Gemeinde Hinte. „Wir treten gerne als Moderator auf, wenn diverse private Interessen aufeinandertreffen und leisten Hilfestellung”, sagte Bauamtsleiter Dieter Meinen. Hoffnung machte er, dass für Senioren Wohnmöglichkeiten auf dem alten Sportplatz entstehen. „Es finden zurzeit konkrete Gespräche statt, es ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber wir wollen im Frühjahr 2011 mit dem Bau starten.”

Hoffnung machte Folkert Steinfelder von der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL), dass Veränderungen bezuschusst werden- „Es gibt ein ganzes Paket von Fördermöglichkeiten, das mit intelligenter Gemeindepolitik zu nutzen ist”, sagte Steinfelder.

Skeptisch zeigte sich Kreisrat Frank Puchert: „Sie müssen die Veränderungen wollen, auch in repräsentativer Breite. Es läuft nichts von selbst.” Ein Problem sei, dass es zwar potentielle Baugrundstücke in Suurhusen gebe - zwischen 20 und 25 - diese aber vielfach keine echte Alternative zu Neubaugebieten darstellten, weil beispielsweise der Zuschnitt nicht attraktiv sei.

Der Skepsis des Kreisrates setzte Erwin Wenzel, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion entgegen, dass die Suurhuser ihr Dorf lieben und bleiben wollen. „Und wir haben schon viel erreicht, aber es kann noch besser werden.” Ein Beispiel sei dafür das Café am Schiefen Turm, in dem die Versammlung bewusst stattfand, sagte OV-Vorsitzender Gerd Müller. „Es hat jahrelang leer gestanden und ist ein gutes Beispiel dafür, was daraus werden kann.”

Gleich zu Beginn der Versammlung wies Müller auf das rege Vereinsleben und das starke Engagement in Suurhusen hin. Dennoch reiche dies nicht aus, die Identität müsse gestärkt werden. „Das Dorf Suurhusen soll und muss sich verändern”, sagte Müller.

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