Landkreis Aurich
Speedway-Stadion in Halbemond

Dänisches Top-Talent hängt Konkurrenz ab

Mads Hansen sagte kurzfristig zu und siegte souverän. René Deddens blieb das Pech treu: Er stürzte im Finale und schied aus.

Von Sefan Janssen

Halbemond. 1988 drehte einst ein gewisser Torben Hansen im Rahmen des Vierländerkampfs vor 7000 Zuschauern im Motodrom seine Runden. 31 Jahre später trumpft sein Sohn groß auf: Am Pfingstsonntag begeisterte der 19-jährige Mads Hansen die 3200 Zuschauer im einst größten Speedway-Stadion Europas in Halbemond. Das dänische Top-Talent, den viele Experten als künftigen Grand-Prix-Fahrer sehen, gewann nach klasse Läufen hochverdient den prestigeträchtigen Störtebeker-Superpokal. Bei der vom MC Norden erneut reibungslos ausgerichteten zehnten Ausgabe des Rennens blieb dem Publikumsliebling aus Emstek, René Deddens, erneut der Sprung aufs Siegertreppchen verwehrt. Dem Lokalmatador blieb auch im Jubiläumsrennen das Pech treu: Er stürzte im Finale und schied aus.

Als Steven Mauer aus Wittstock am Freitag seine Teilnahme aus familiären Gründen absagen musste, griff Hauptorganisator Meik Lüders zum Handy und verpflichtete kurzerhand jenen Fahrer, der am Sonntag bei seiner Premiere in Ostfriesland dann alle verblüffen sollte: Als Nachrücker bewies Heißsporn Mads Hansen, der am Pfingstwochenende genau wie seine deutschen Mitstreiter Deddens und Lukas Fienhage zuvor in Teterow beziehungsweise in Güstrow gestartet war, vor allem am Startband sein fahrerisches Geschick. „Der Start ist beim Speedway am wichtigsten“, beschrieb der 19-jährige Profi aus Skandinavien. Hansen, der erst seit 2018 mit großem Motor unterwegs ist, legte bei zwei seiner drei Vorläufe einen souveränen Start-Ziel-Sieg hin. Auch im Halbfinalrennen war der Langbahn-Weltmeister in der 250-ccm-Klasse von 2018 von Beginn an vorn und schaffte es somit klar ins Finale.

In dieses Finale zogen die besten sechs Fahrer aus dem zwölfköpfigen internationalen Teilnehmerfeld ein. Sehr zur Freude des Publikums qualifizierten sich mit dem 26-jährigen Deddens und dem 19-jährigen Lukas Fienhage zumindest zwei der drei deutschen Fahrer für den Endlauf. Der dritte im Bunde, Langbahnspezialist Mark Riss, schied mit null Punkten bereits nach den Vorläufen aus.

Stadionsprecher Lars Klimek und auch der Rennschiedsrichter Michael Struffert waren sich bereits vor dem entscheidenden Start einig, dass Mads Hansen als Favorit ins Finalrennen gehen würde. Und die beiden Speedway-Experten sollten recht behalten. Als das Startband hochschnellte, bugsierte der flinke Däne seine etwa 70-PS-starke Spezialmaschine prompt an die Spitze. Deddens und Fienhage, der im Halbfinale einmal gestürzt war und fortan mit neuem Gefährt starten musste, fuhren dem Feld hinterher. In Runde zwei rutschte Deddens aus und prallte in die mit Luftkissen abgesicherte Bande, was eine Disqualifikation sowie einen Neustart zur Folge hatte. Beim erneuten Start ließ Hansen erneut keine Fragen aufkommen, dass nur er am Ende den 2,10 Meter großen Superpokal in den Händen halten werden würde. Hinter dem souveränen Sieger startete Fienhage angefeuert von den Zuschauern eine Aufholjagd und wurde hinter dem Polen Marcel Kajzer Dritter.

„Ich bin enttäuscht. Mein Ziel war es, hier vor dem tollen Publikum zu gewinnen, aber nach dem Sturz im Halbfinale hatte ich große Probleme mit meiner neuen Maschine“, sagte ein sichtlich angeschlagener Fienhage nach der Siegerehrung. Der Sieger Mads Hansen dagegen strahlte mit der Sonne um die Wette: „Es war toll hier. Die Strecke war in einem guten Zustand. Die Stimmung war klasse.“ Ob er im nächsten Jahr wieder in Halbemond starten wird, ist zu bezweifeln. Madsen dürfte dann für den MC Norden sicherlich unbezahlbar sein.

Sehr zufrieden mit dem Renntag zeigte sich auch Meik Lüders. „Das Wetter war gut, die Fans sind auf ihre Kosten gekommen, es gab keine schweren Stürze und wir können uns mit den Einnahmen wieder ein Jahr über die Runden helfen.“

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