Landkreis Aurich
Finanzausschuss

Corona-Folgen schwer auszurechnen

Der Landkreis erwartet einen finanziellen Einbruch ab 2021.

Von Klaus-Dieter Heimann

Aurich. Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie werden den Landkreis Aurich ab 2021 mit Wucht treffen. Die Steuerausfälle bei Bund, Land und den Gemeinden werden dann durchschlagen, erklärte Irene Saathoff am Montagnachmittag im Finanzausschuss des Auricher Kreistages. Die Kämmerin legte den Politikern im Seminarhotel in Aurich den ersten Budgetbericht für das laufende Jahr vor. „Wir erwarten im kommenden Jahr den Einbruch“, so Saathoff mit Hinweis auf die aktuell stabilen Ansätze.

Tatsächlich kann Saathoff gegenüber dem Ansatz aktuell sogar mit einem Plus von gut 300 000 Euro aus Finanzausgleich und Kreisumlage rechnen. Insgesamt ergibt sich ein Überschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Allerdings: Im Budgetbericht werden allein 938 000 Euro bei den kalkulierten Personalkosten eingespart. Das mache sich zwar gut in der Bilanz, wirke sich aber im täglichen Geschäft aus, so Saathoff. Die Verzögerungen bei Stellenneubesetzungen seien auch eine Folge der Pandemie.

 Bisher sei der Landkreis zwar mit "einem blauen Auge davon gekommen“ und liege „überwiegend innerhalb der geplanten Ansätze“, berichtete die Kreis-Kämmerin. Doch ihre Ausführungen lassen mit Blick in die nahe Zukunft nicht viel Gutes errechnen. So werden die kreiseigenen Einrichtungen und Eigenbetriebe wie Musikschule, Volkshochschulen, Abfallwirtschaft, Rettungsdienst sowie die Pflegeheime in Norden und Hage Defizite in noch nicht zu beziffernder Höhe einfahren. Fest stehe, dass das Jahresergebnis bei allen Betrieben schlechter als erwartet ausfallen werde.

Anders stellt sich die Lage in den Ubbo-Emmius-Kliniken Aurich und Norden dar, da hier die ausgefallenen, planbaren Leistungen durch das Hilfspaket des Bundes weitestgehend aufgefangen werden. Ab Juli würden die Ausgleichsbeträge jedoch nur noch deutlich reduziert fließen. Für die Wirtschaftlichkeit der Kliniken komme es nun darauf an, möglichst uneingeschränkt in den Regelbetrieb zurückkehren zu können.

Drei Millionen Euro wurden als Corona-Sonderansatz in den Haushalt eingestellt, um die krisenbedingten Ausgaben aufzufangen. Aktuell sind von dieser Summe 1,4 Millionen Euro ausgegeben worden. Ob die drei Millionen Euro am Ende ausreichen werden, ist offen.

Zumindest auf der Zinsseite hat die Kämmerin Ruhe. Die Zinsen lägen auf historisch niedrigem Niveau und ein Anstieg sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Der Landkreis hat Ende Mai zwei neue Kredite in Höhe von insgesamt 17 Millionen Euro aufgenommen. Beide Kredite kommen auf Zinssätze in Höhe von 0,54 und 0,145 Prozent Zinsen. Ein Altkredit bei der KfW-Bank ist, nachdem die Zinsbindung auslief, von 3,44 auf 0,1 Prozent gesunken. Kämmerin Saathoff: „Das ist nicht mehr zu toppen.“

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