Landkreis Aurich
Vier Lokale - fünf Comedians

Comedy-Abend im Rotationsverfahren

Die Komische Nacht macht erstmals Station in Ostfriesland.

Von Werner Jürgens

Aurich/ Leer. In Leer und Aurich durfte am vergangenen Donnerstag herzlich gelacht werden. Denn an diesem Abend war zum ersten Mal die Komische Nacht in beiden Städten zu Gast. In Aurich waren die teilnehmenden vier Lokale entweder komplett oder bis auf wenige Restkarten ausverkauft. Und die Zuschauer bekamen von den fünf Comedians, die im Rotationsverfahren ihre Auftrittsorte wechselten, überall ein sehr abwechslungsreiches Programm serviert.

Neben dem Hochzeitshaus, dem Hotel am Schloss, der Innenstadtkneipe Pinte und dem Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum (EEZ) in Sandhorst, hätte eigentlich auch die Tanzbar mitmachen sollen. Aber dort blieben die Türen, wie es hieß, „aus organisatorischen Gründen“ geschlossen. Das Programm selbst tangierte dies nicht.

Einer der Comedians war der Nonsens-Barde Fred Timm, der mit seiner Gitarre eigenwillige Eigenkompositionen zum Besten gab. Höhepunkt seiner Darbietung war ein Liebeslied, in dem der Musiker verriet, was Frauen wirklich wollen und warum man seiner Auffassung nach auf gar keinen Fall der Ex nachtrauern sollte. Musik spielte ebenfalls eine tragende Rolle beim Auftritt von Matthias Jung. Was man sich unter dem von ihm so benannten Genre „Soul-Comedy” vorzustellen hatte, machte die rheinische Frohnatur schnell deutlich, als er einen Song vom „Seelenbruder Prince“ anstimmte und davon eine krachlederne bajuwarische Fassung präsentierte. Unmittelbar danach gelangen ihm nahtlose Übergänge von Roberto Blanco bis zu Heinos „Schwarzbraun ist die Haselnuss”.

Verglichen damit eher dröge, aber bewusst so gewollt, geriet die Show von Hans Gerzlich. Der gelernte Diplom-Ökonom berichtete, wie er sich im grauen Büroalltag zurechtfinden muss, wo die Kollegen seine Augen mit grässlichen Pullovern herausfordern. Die Befürchtung, die Deutschen würden allmählich aussterben, bereitete ihm daher lediglich bedingt Sorgen. „Mein Gott, wenn's die Richtigen sind“, so Gerzlichs lapidar-pragmatische Sicht der Dinge dazu. Herausragend bei Thomas Bär waren vor allem dessen gelungene Imitationen unter anderem von Udo Lindenberg, Mario Barth und Bundestrainer Joachim Löw. Ganz nebenbei erfuhr das Publikum auch Näheres zu den Hintergründen hinsichtlich des jüngsten Rauswurfs von Thomas Müller aus der Nationalmannschaft. Unser „Bundes-Jogi“ fährt laut Bär künftig eine neue Mittelfeld-Strategie frei nach Udo Jürgens und dem Motto: „Aber bitte mit Sané“.

Fünfter im Bunde in Aurich war Thomas Schwieger, der den Sinnspruch über jene ominöse Tür, die angeblich immer aufgeht, nachdem eine andere zugegangen ist, kaum etwas abgewinnen kann. „Bei mir ist das meistens eine Drehtür“, meinte der Comedian, der nach eigenem Bekunden ursprünglich Kaufmann im Groß- und Außenhandel im Fachbereich Fahrzeug- und Anhängerersatzteile gelernt hat. Bei seinen „Dates“ konnte er damit freilich noch nie punkten.

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