Landkreis Aurich
Aus der Politik

Bei der Markthalle droht Rechtsstreit

Der Architekt erinnert Politik und Verwaltung in Aurich an das Urheberrecht. Erste Bewerber stellen ihr Konzept vor.

Von Peter Saathoff

Aurich. Aurichs Markthalle droht der Stadt erheblich auf die Füße zu fallen. Während Politik und Verwaltung das erste von zwei Betreiberkonzepten gehört haben, hat sich der Architekt Gerd Seele per Brief zu Wort gemeldet. Er erinnert an sein Architekten-Urheberrecht und könnte so die Planung zum Scheitern bringen.

Seele hatte einst das Gesamtensemble Markthalle, Sousturm und Kreissparkasse geplant. Seinen Brief ließ er Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am 4. November zukommen, kurz nach Feddermanns Amtsantritt. Darin heißt es, ihm lege „das Ensemble sehr am Herzen”. Er wolle „vor der sich abzeichnenden Diskussion um die Markthalle” auf sein Urheberrecht hinweisen. Der Brief liegt dem Sonntagsblatt vor.

Welche Konsequenz aus diesem Urheberrecht erfolgen ist zurzeit unklar. Baurätin Irina Krantz kündigte im Sanierungsausschuss an, dass die Einspruchsmöglichkeiten des Architekten zeitnah geprüft werden sollten. Im schlimmsten Fall droht der Stadt ein mühsamer Rechtsstreit, ähnlich wie dem beim Hafenbecken.

Unterdessen gibt es erste konkrete Pläne für die Markthalle. Das Bewerberduo Arno Fecht und Beyhani Gür hat mit ihrem Architekten Tobias Reinbacher ihre Vision einer zukünftigen Markthalle vorgestellt. Das Ergebnis ist ein weitestgehend rein gastronomisches Konzept mit verschiedenen Sitzbereichen, etwa einer friesischen Ecke oder einer mediterranen. Dreh- und Angelpunkt soll eine zentrale Küche sein, in der verschiedene Speisen zubereitet werden sollen. „Vor allem deutsche Küche”, sagte Fecht. „Aber es soll auch Dauerbrenner wie Pizza und Pasta geben.” Der Küche gegenüber befindet sich in der Planung eine Eventbühne. Die wollen die Bewerber vor allem abends bespielen. „Live-Musik, Comedy, Vorträge oder auch Krimi-Dinner können da stattfinden”, sagte Fecht.

Optisch wollen die Bewerber die Markthalle deutlich luftiger gestalten und „den Hinterhofcharakter” der Nordseite mindern. „Wir können uns auch vorstellen, das doppelte Glasdach zu entfernen”, sagte Fecht, weil es schwer sei, den unteren Bereich zu reinigen.

Das Investitionsvolumen liegt einer ersten Schätzung zufolge bei rund 2,5 Millionen Euro, sagte Gür, der in Aurich das Restaurant Don A Roma und den Burger King betreibt. Wie diese Summe zwischen Bewerbern und Stadt aufgeteilt werden soll, müssten die Parteien noch verhandeln.

Die Politik hielt sich mit einer inhaltlichen Bewertung des ersten Konzepts zurück. Die soll folgen, nachdem die Rosco-Primedo-Gruppe mit Caro-Sanierer Kay Hoppe am Mittwoch, 4. Dezember, auch das zweite Konzept vorgestellt hat. Klar ist aber, dass das am Mittwoch vorgestellte Konzept einige Eckpunkte des Ratsbeschlusses nicht erfüllt. Vor allem in Hinblick auf Versorgung mit Lebensmitteln. Es könne zwar vereinzelt Feinkostprodukte geben, aber „eine Fleischtheke und Kartoffeln und Gemüse werden wir nicht haben”, stellte Fecht klar. Bestünde der Rat auf dieses Angebot, müssten sie sich andere Betreiber suchen.

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