Landkreis Aurich
Sensation im Auricher Ratssaal

Bürgermeisterwahl: Überraschendes Ergebnis

Eine Stichwahl muss nun klären, wer Aurichs neuer Bürgermeister wird.

Aurich. Es war schon eine kleine Sensation im Auricher Ratssaal, aber es gibt eine Stichwahl: Gerade mal 25 Minuten nach Schließung der Wahllokale zeigte das erste Ergebnis aus Middels-Osterloog den Trend. Die Auricher Bürgerwahl nahm eine andere Entwicklung, als es sich selbst die alten Hasen in der Stadtpolitik nicht hatten träumenh lassen. Horst Feddermann (parteilos) zog mit Bravour schon nach den ersten Auszählungen an dem Platzhirschen Hardwig Kuiper (parteilos) vorbei, der sich im Vorfeld bereits die Unterstützung vieler Fraktionen im Stadtrat versichert hatte. „Ich hatte mit einem Ergebnis von über 40 Prozent gerechnet”, sagte Kuiper, der noch bis 2023 als Erster Stadtrat gewählt ist. „Daran wird sich auch nichts ändern. In irgendeiner Form werden wir miteinander auskommenmüssen.”

Auf die Wähler schienen die Bemühungen nur wenig Einfluss zu haben, wie die Schnellmeldungen vermuten ließen. Und jede weitere Meldung aus den 47 Wahllokalen im Stadtgebiet sowie den ersten Auszählungen der 3900 Briefwahl-Ergebnisse ließ die Mienen der Anhänger Kuipers im Auricher Ratssaal versteinern, während sich Feddermann bereits in Siegerpose von seinen Anhängern - mit dennoch etwas vorsichtigem Enthusiasmus - aber sichtlich zufrieden mit den Schnellmeldungen feiern ließ.

Horst Feddermann kam selbst erst um 19.45 Uhr ins Auricher Rathaus. Hardwig Kuiper zeigte sich etwa eine halbe Stunde später im Ratswahl.

Selbst der noch amtierende Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst (SPD) wurde von dem mageren Abschneiden seines Favoriten Kuiper kalt erwischt. Er hatte ihn selbst als Nachfolger vorgeschlagen. „Es ist ein entscheidender Wechsel für die Stadt Aurich”, prophezeite Windhorst.

Feddermann müsse bei seinem Sieg das umsetzen, wofür er sich im Wahlkampf stark gemacht hatte, sagte Windhorst, der Kuiper nach wie vor fachlich und politisch für den richtigen Mann hält. Kuiper will in den nächsten Tagen erst einmal zur Ruhe kommen, betonte er. „Ich will die Situation mit meinen Leuten besprechen.”

Für Kuipers Unterstützer von SPD und GAP brach gestern eine kleine Welt zusammen, wie sie im Gespräch mit der Emder Zeitung deutlich machten. Hinrich Röben (SPD), politisches Urgestein und stellvertretender Bürgermeister aus Wallinghausen: „Ich bin sehr enttäuscht, dass der Bürger so entschieden hat.”

Unterstützer Hans-Gerd Meyerholz (GfA) freute sich, dass Feddermann ein solches Ergebnis erreichen konnte. „Ich hatte die Befürchtung, das Kuiper es im ersten Wahlgang schaffen könnte.”

Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl im Überblick: Feddermann (parteilos) 47,28%, Kuiper (parteilos) 28,12%, Bakker (FDP) 14,69%, Feeken (parteilos) 5,7% und Strömer (AfD) 4,21%.

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