Landkreis Aurich
Anlage nahe der Innenstadt

Aurichs Georgswall - gestern und heute

Das Sonntagsblatt unternimmt den Vergleich mit Bildern aus dem Archiv.

Von Udo Hippen

Aurich. Dass es um den Georgswall gut fünf Jahre nach Abschluss der Neugestaltung genauso viele Diskussionen gibt, wie zu Zeiten der Planungsphase, als ganz Aurich über eine gigantische Granitbank stritt, hätte sich wohl kaum ein Bürger vorstellen können. Heute macht sich in der Stadt das Gefühl breit, als müsse das gesamte Areal neu überplant werden, da sich viele der Ursprungsideen als unpraktikabel herausstellen.

Der ehemalige Sonntagsblatt-Redakteur Hans Mock nahm im Mai 2014 kurz nach Fertigstellung den neuen Georgswall unter die Lupe und stieg in seine Reportage darüber mit den Worten „Die einen nutzten die Sitzbänke im Tulpenmeer für ein kurzes Verschnaufpäuschen” ein. Auch wenn im September natürlich keine Tulpen blühen, hält das aktuelle Erscheinungsbild der Beetflächen einem Vergleich mit der Anfangsphase nicht stand. Dennoch hat das Sonntagsblatt den Vergleich unternommen, drei Bilder aus dem Archiv genommen und ihnen drei aktuelle Aufnahmen aus exakt dem gleichen Blickwinkel gegenüber gestellt. Die dort auftretenden Unterschiede sind teils eklatant. Beete, die in voller Blüte standen oder üppigst bepflanzt waren, sind heute völlig kahl. Dass Bürger dies nicht selten mit Unverständnis zur Kenntnis nehmen, ist durchaus nachvollziehbar.

In den vergangenen Tagen haben sich die städtischen Gärtner auf dem Georgswall aufgehalten und dem Areal eine Art „Herbstputz” unterzogen. Dies war durchaus notwendig, wirkten die Beete mit ihrem Überrest an Bepflanzungen wenig gepflegt. Dies hat sich jetzt geändert. Das allgemeine Erscheinungsbild ist sauber, die Rasenflächen gemäht und die Beete von Unkraut befreit. Die Gäste von außerhalb dürften sich an der Optik des Georgswalls sicherlich nicht stören, vielleicht nur die Frage stellen, warum viele Beetflächen keinen Bewuchs aufweisen. Bei den Bürgern der Stadt stellt sich dies anders dar. Da hat der Georgswall durchaus die Form eines Zankapfels eingenommen.

Auf der Suche nach den Schuldigen der Misere muss man zurück in die Planungsphase. Dort wurden Fehler in vielen Bereichen gemacht. Als Beispiel sei die Art der Bepflanzungen genannt, die einerseits einen sehr hohen Pflegeaufwand bedurften und sich andererseits für derartige Gefilde als ungeeignet erwiesen. Stimmen, die damals davor gewarnt hatten, wurden überhört. Ausdrücklich aus der Schusslinie nehmen muss man in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter des Betriebshofes und der Stadtgärtnerei, die lediglich auf Anweisung Projekte abarbeiten.

Nicht unerwähnt seien in diesem Zusammenhang die Hafenbecken. Baulich geben sie ein desolates Bild ab. Abgeplatzte Granitplatten und der defekte Schriftzug zeugen davon. Hinzu kommt, dass sich Stadt und Baufirma in einer rechtlichen Auseinandersetzung dahingehend befinden, wer letztlich für die Schäden in Regress zu nehmen ist. Dies hat zur Folge, dass sich am Zustand in den vergangenen Wochen und Monaten sowie am Erscheinungsbild nichts geändert hat und so schnell auch nichts ändern wird.

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