Landkreis Aurich
Corona-Krise

Auricher Stadtfest-Ausfall trifft die Gastronomie hart

Das Weinfest, verkaufsoffene Sonntage oder Jahrmärkte sind ebenso betroffen.

Von Claus Arne Hock

Aurich. Der Mittwochabend war für die Gastronomen in Aurich ein herber Schlag: Alle Großveranstaltungen bis Ende August wurden pauschal abgesagt. Das wird allein in der Stadt Aurich mehrere feste Termine im Veranstaltungskalender treffen. Allen voran das Stadtfest. „Das ist schon ein herber Schlag“, sagt Arno Fecht, Vorsitzender des Vereins Altstadt-Gastronomie, im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Die ganze Gastronomie, vom kleinen Café bis hin zum großen Restaurant ist gerade völlig in der Schwebe“, sagt er. Schon jetzt seien die Sorgen groß, „wann und wie es überhaupt wieder anlaufen wird“. Die Absage von Großveranstaltungen sorgt jetzt für weitere Falten auf der Stirn. Denn zwischen den größeren Veranstaltungen rund um die Altstadt und den Gastronomen gebe es eine Symbiose, „die jetzt massiv gestört wird“. Ob Konzerte in der Sparkassen-Arena oder Veranstaltungen wie der Geranienmarkt: Jeder Publikumsmagnet sorge fast automatisch auch für mehr Kundschaft in den Cafés und Kneipen in der und um die Innenstadt herum.

„Das Stadtfest ist für viele Gastronomen sowas wie das 13. Monatsgehalt“, sagt Fecht. Damit meine er aber nicht, dass diese Einnahmen als netter Bonus „oben drauf“ gerechnet werden. „Das ist schon fest eingeplant“, sagt der Betreiber der Pinte Aurich. Das gelte sowohl für die Gastronomen, die mit eigenen Verkaufsständen direkt am Stadtfest teilnehmen als auch für diejenigen, die einfach nur geöffnet haben. „Die Sorge ist sehr groß, dass diese Ausfälle nicht aufgefangen werden können.“

Insgesamt, so schätzt Fecht, wirft die Corona-Krise die meisten Gastronomen in ihrer Langzeitplanung um drei bis fünf Jahre zurück. „Selbst bei kleinen Läden fallen ja immer noch die Fixkosten an – und die sind meist höher als viele Kunden glauben.“ Auch die Möglichkeit Kredite aufzunehmen, um diese Zeit zu überbrücken, sei für viele nicht der bevorzugte Weg. „Die Kredite müssen ja auch wieder abbezahlt werden.“

Welche Auswirkungen die Corona-Krise, die sich mit der Absage von Großveranstaltungen für die Gastronomie noch verschärft hat, auf die Kneipen- und Café-Kultur in Aurich haben wird? Das vermag sich Fecht noch gar nicht so recht auszumalen. „Ich persönlich habe unglaublich Angst gerade um die kleinen Läden“, sagt er. „Die haben es eh immer am schwersten“, auch wenn sie für die Kneipenkultur beispielsweise sehr wichtig seien.

Mit Missgunst auf all die Läden, die ab kommenden Montag wieder öffnen dürfen, will Fecht dennoch nicht gucken. „Wir dürfen jetzt nicht anfangen zu wettern, wir müssen da realistisch bleiben“, so der Vorsitzende des Gastrovereins. „Es ist schon ein Unterschied, ob jemand in einen Buchladen geht und ein Buch kauft, oder ob man in der Kneipe sitzt“, sagt er mit Blick auf die weiterhin geltenden Kontaktsperren und Abstandsregelungen.

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