Landkreis Aurich
Gebäude freigegeben

Auf den Brand folgt die Renovierung

Der Dachstuhl  des Mehrparteienhauses in Norden wurde vollständig zerstört. Die Arbeiten sollen bis April 2020 abgeschlossen sein.

Norden. Nachdem die Ursache für den Großbrand im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Koppelstraße feststeht und das Gebäude kürzlich durch die Staatsanwaltschaft freigegeben wurde, beginnt für den Bau- und Wohnungsverein zu Norden nun die Arbeit, wie Reiner Heinks im Gespräch berichtete. Denn das Haus soll umfassend renoviert werden und nach vorsichtigen Schätzungen bis April 2020 wieder bewohnbar sein.

Das Mehrparteienhaus war nach dem Feuer, das sich Ende Juni im Dachgeschoss des Hauses ausgebreitet hatte, unbewohnbar geworden. „Das Dachgeschoss ist fast vollständig zerstört“, berichtete Heinks. Den Dachboden hat es dabei besonders schlimm erwischt. „Er hat so starke Schäden, dass wir ihn vollständig abtragen müssen“, sagte der Geschäftsführer des Bau- und Wohnungsvereins. Weniger schlimm sieht es hingegen in den darunterliegenden Stockwerken aus. „Die sind zu retten“, berichtete er. Hier hatte nicht etwa das Feuer Schäden angerichtet, vielmehr hatten Rauch und Löschwasser die Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen. Sie sollen nun zunächst entkernt und dann saniert werden. Hier hofft Heinks darauf, entsprechende Fachfirmen möglichst schnell zu finden, um die Arbeiten anzuschieben. „Das ist momentan nicht so einfach.“

Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, können die betroffenen Familien, zwei Paare und drei Eltern mit ihren Kindern, natürlich nicht warten. Nachdem sie in der Nacht nach dem Brand Obhut im Gemeindehaus der St.-Andreas-Gemeinde gefunden hatten, „haben die Mechanismen gegriffen, um den Familien schnell zu helfen“, sagte Pastor Michael Rückleben. Zwei Familien haben eine neue Wohnung über den Bau- und Wohnungsverein gefunden. Die erste kann am Montag bereits in ihr neues Zuhause einziehen. Die Wohnung war eigentlich einem neuen Mieter versprochen gewesen, aber „die Brandopfer gehen vor“, berichtete Heinks. Deshalb sind die Handwerker in diesen Tagen damit beschäftigt, neue Tapeten zu kleben und Fußböden zu verlegen, um die Wohnung bezugsfertig zu machen. „Die Familie hat durch den Brand alles verloren und nicht einmal den nötigen Hausrat“, weiß der Geschäftsführer des Bau- und Wohnungsvereins. Gemeinsam mit den Eltern hatte er in der vergangenen Woche einige Kleidungsstücke aus der zerstörten Wohnung geholt.

Eine zweite Familie kann ihr neues Zuhause am 1. August beziehen, wenn eine weitere Wohnung beim Verein frei wird. Eine dritte Familie hatte selbst eine neue Wohnung gefunden, weiß Heinks. Die vierte im Bunde war durch die Unterstützung von Ralf Peters vom Ordnungsamt der Stadt fündig geworden. Somit gibt es noch eine Familie, die derzeit auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist.

Um wenigstens eine kleine finanzielle Unterstützung zu geben, hatte die Andreas-Kirchengemeinde am Sonntag bei der Kollekte um eine Spende für die betroffenen Familien gebeten. „In der Not der Bewohner des Hauses in der Koppelstraße konnte ich als Angehörige – und ich glaube, in weiten Teilen auch für die Bewohner sprechen zu dürfen – eine riesengroße Bereitschaft der Unterstützung und ein wirklich gut funktionierendes Hilfesystem in der Stadt Norden erkennen“, schreibt Heike Gerdes. Ihr Dank richtet sich sowohl an die Nachbarn als auch an die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die „an ihre körperlichen Grenzen gegangen sind und dabei waren sie immer noch freundlich und ansprechbar für die Sorgen und Nöte der Bewohner“. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz Norden, der Stadt und der Andreas-Gemeinde hob sie lobend hervor. „Norden ist gut und hat viele unterschiedliche Helden“, ist Heike Gerdes überzeugt.

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