Landkreis Aurich

Anstrengungen um das Wohl der Kinder

Die Gemeinde Ihlow blickt auf vielfältige Projekte.

Ihlow. Die Gemeinde Ihlow hat im Bereich der Bildung gleich mehrere Schwerpunkte gesetzt. Das gab Bürgermeister Johann Börgmann im Jahresrückblick bekannt - und er wagte einen Blick in die Zukunft.

Brückenjahr

Im Projekt Brückenjahr kooperieren die Kindergärten Ihlowerfehn und Westerende sowie eine Gruppe des Waldkindergartens mit der Grundschule Westerende-Kirchloog. Ziel ist die individuelle Entwicklung von Kindern im Jahr vor der Einschulung. Das Projekt endet Juli 2009. Der Kindergarten Weene und eine Gruppe des Waldkindergartens haben mit der Grundschule Weene das Brückenjahr beantragt, wollen es ab dem 1. August 2009 fortsetzen.

Bilingualer Kindergarten

Der Bilinguale Kindergarten Zwergennest Riepe ist seit November mit Sara Barbacane als internationale Freiwillige . Barbacane stammt aus Italien und wird bis Ende April 2009 den Kindern im Kindergarten auf spielerische Art und Weise die englische Sprache beibringen. Barbacane hat in Italien deutsche und englische Literatur studiert.

Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Jugend in Aktion (2007 - 2013)”. Bereits im Jahre 2006 war eine Französin zu Gast.

Schulmittelfonds

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 hat die Gemeinde Ihlow einen Schulmittelfonds eingerichtet, der Schüler der Schulen unterstützt, die in Trägerschaft der Gemeinde Ihlow stehen. Die aus sozial schwächeren Schichten stammenden Schüler können Sachmittel und Sachleistungen einfordern. Die Schulen entscheiden selbst, ob ein betroffener Schüler aus dem Schulmittelfonds Leistungen erhält.

Es handelt sich um eine freiwillige Ausgabe der Gemeinde Ihlow. Die Schulen der Gemeinde Ihlow verfügen über folgende Haushaltsansätze für das Jahr 2008: Die Grundschule Riepe erhält 400 Euro, die Grundschule Simonswolde 700 Euro, die Grundschule Weene 700 Euro, die Grundschule Westerende-Kirchloog 1000 Euro und die Hermann-Tempel-Gesamtschule 2800 Euro.

Die Höhe des Ansatzes für den Schulmittelfonds wird nach der Anzahl der Schüler berechnet, die von der Gebühr für die Schulbuchleihe befreit sind. Diese Zahl wird mit 70 Euro multipliziert. Die Schulen sehen die Einrichtung als wertvolle Ergänzung an, um allen Schülern die Teilhabe am schulischen Leben zu bieten.

Berufsorientierung

Ein Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (üBS) wird von der Handwerkskammer für Ostfriesland mit der Hermann-Tempel-Gesamtschule seit September 2009 durchgeführt, deren Schulträgerin die Gemeinde Ihlow ist.

Die Maßnahme läuft bis Dezember 2010. Hauptzielgruppe sind Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen allgemeinbildender Schulen, vornehmlich Haupt- und Realschulen, mit Interesse an handwerklichen Berufen. Mit Hilfe des Projektes sollen diese Schüler ihre Interessen und Fähigkeiten mit Berufsvorstellungen und Berufswünschen abstimmen, um geeignete Ausbildungsberufe zu finden.

Schüler nehmen zwei Wochen mit jeweils fünf Tagen an der vertiefenden Berufsorientierung teil. Dabei verteilen sich diese Einheiten pro Woche auf das sogenannte Profiling mit jeweils einem Tag und auf die Praxisphase mit jeweils vier Tagen. Das Profiling soll Aussagen zu Neigungen, Eignungen, Grundqualifikationen, handwerklichen Fähigkeiten, Entwicklungspotentialen und Ausbildungsreife sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse beinhalten.

Die Praxisphase wird in Werkstätten eines Berufsbildungszentrums durchgeführt. Hier testen die Schüler ihr Handwerksgeschick. Das Ziel der Praxisphase besteht darin, dass sie ihre Eignung für einen Handwerksberuf hinterfragen. Insgesamt können 72 Schüler in drei Durchgänge teilnehmen. Die Gemeinde Ihlow beteiligt sich mit 12960 Euro an dem Projekt.

Sonderpädagogische

Grundversorgung

Eine sonderpädagogische Grundversorgung haben Ihlower Grundschulen im März 2008 beim Kultusminister beantragt. Sie gilt als ein wesentliches Element der präventiven, integrativen und wohnortnahen Förderung lernschwacher Kinder im Grundschulalter. Das Ministerium hat die Anträge der Gemeinde Ihlow abgelehnt.

Derzeit ist noch nicht geklärt, ob und in welcher Form das Projekt der sonderpädagogischen Grundversorgung in der Gemeinde Ihlow etabliert wird. Der Landkreis Aurich hat bereits in Aussicht gestellt, das Projekt mit der Gemeinde Ihlow auch in eigener Regie durchzuführen.

Meseo-Projekt

Im MESEO-Projekt können Schüler, die Defizite im emotionalen und sozialen Bereich haben, an der Schule am Extumer Weg in Aurich, einer Förderschule Lernen, beschult werden.

Die Fehlentwicklung soll durch eine frühe zielgerichtete Stärkung der erzieherischen Kompetenz in Grundschule und Elternhaus begegnet werden. Aus diesem Grunde wurde das Modellvorhaben MESEO entwickelt. Nach dem Konzept für das MESEO-Projekt arbeiten Grund- und Förderschulkräfte an einer präventiven Förderung.

Durch die Kooperation sollen Lehrkräfte der Grundschulen in die Lage versetzt werden, auftretenden Erziehungsproblemen in Unterricht und Schulleben angemessen und erfolgreich zu begegnen. Defiziten von Kindern im emotionalen und sozialen Bereich sollen durch Zusammenarbeit mit dem Elternhaus entgegen getreten werden.

Die Grundschulen benötigen dazu die Hilfe und die Unterstützung sozialpädagogisch arbeitender Fachkräften. Für den Einzugsbereich der Schule am Extumer Weg, Förderschule Lernen, wurde ein regionales Integrationskonzept für den Förderschwerpunkt Lernen entwickelt. Die Förderschule Lernen und Grundschulen der Stadt Aurich sowie künftig möglicherweise auch der Gemeinde Ihlow sind beteiligt. Dieses regionale Integrationskonzept soll um einen mobilen Dienst „emotionale und soziale Entwicklung” erweitert werden.

Das heißt, dass die sozialpädagogisch arbeitenden Fachkräfte sich in die Grundschulen begeben, um beratend tätig zu werden. Für den Einsatz von sozialpädagogischen Fachkräften müssten bei einem Umfang von 40 Wochenstunden jährlich etwa 40 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Folgender Finanzierungsschlüssel bietet sich an, falls sich die Gemeinde Ihlow an dem Projekt beteiligen wird: 20 000 Euro durch den Landkreis Aurich, 15 000 Euro durch die Stadt Aurich und 5000 Euro durch die Gemeinde Ihlow.

Der Finanzierungsschlüssel für die Stadt Aurich und die Gemeinde Ihlow bestimmt sich nach der Anzahl der beteiligten Grundschulen. Das MESEO-Projekt wurde noch nicht genehmigt.

ggm

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