Landkreis Aurich
Pläne für Krippen-Anbau

Anbau zulasten der Kinder

Eine neue Krippengruppe soll in der Kindertagesstätte Lummerland entstehen. Für den Anbau will die Stadt 100 Quadratmeter vom Schulhof der Egelser Grundschule abzwacken.

Von Peter Saathoff

Aurich. Die Kindertagesstätte Lummerland in Aurich muss wachsen. Das steht außer Frage, wenn sie ihre frisch gegründete Ganztagskrippengruppe rechtlich behalten will. Die aktuellen Pläne für einen Anbau gehen allerdings zulasten der Egelser Grundschule. Die wird nach aktuellem Stand 100 Quadratmeter vom Schulhof einbüßen. Entsprechende Pläne stellte Gerhard Boekhoff, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt, in der jüngsten Sitzung des städtischen Jugendausschusses vor.

Es sei die von der Verwaltung favorisierte Lösung, sagte Boekhoff, weil sie den Voraussetzungen für eine optimale, interne Organisation der Kindertagesstätte am besten entspreche. Angedacht ist ein Anbau am südlichen Ende der Einrichtung, der einen großen Hauptraum sowie mehrere, kleine Nebenräume beinhaltet. Im Bestand umbauen müsste die Stadt die Ausgabe- und die Spülküche. Außerdem müsste eine Abflussleitung umgelegt werden, sagte der Gebäudemanagementsleiter. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 385 000 Euro.

Insgesamt besuchen zurzeit 55 Kinder die Einrichtung, 30 in der Krippe, 25 im Kindergartenbereich. Für die Einrichtung der Ganztagskrippe hatte die Stadt im vergangenen Jahr aufgrund des dringenden Mangels eine Ausnahmeregelung vom Landesjugendamt erhalten. Bis zum 31. Juli müsse die Stadt dem Amt einen Plan vorlegen, wie sie die fehlenden Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könne, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Kai-Michael Heinze.

Die anderen beiden Varianten sehen deutlich kleinere Anbauten in nordöstlicher Richtung vor. Beide Varianten seien allerdings „für den Ablauf in der Kindertagesstätte nicht hilfreich”, sagte Boekhoff. Er stützte sich auf die Aussage der Einrichtung, die Mitglieder des städtischen Ausschusses vor einigen Monaten besucht hatten.

Für die Schule sei die Einschränkung nicht gravierend, sagte Boekhoff. „Die gesamte Fläche ist mehr als ausreichend”, sagte der Stadtmitarbeiter. Problematisch könne nur sein, dass der schulische Bolzplatz immer mehr eingeschränkt werde. Es gebe aber Überlegungen, ob für die Schule ein alternativer Bolzplatz am Husteder Weg angelegt werden könne, sagte Boekhoff. Die Stadt wolle nun das Gespräch mit der Schule suchen.

In der Politik riefen die Pläne verhaltene Freude hervor. Erika Biermann (SPD) lobte die Lösung, weil sie dem Leitungswunsch der Kindertagesstätte entsprach. „Kindergarten und Krippen sollten nah beieinander liegen. Das ist gelungen”, sagte Biermann. Von einer „sehr guten Lösung” sprach Jabine Janssen (CDU).

Auch Gila Altmann (Die Grünen) sprach von einer „logischen” Variante. Sie wolle aber vor ihrer Zustimmung die Reaktion der Schule abwarten. Ähnlich äußerten sich Reinhard Warmulla (Die Linke) und Konrad Madena (GfA), die sich sorgten, der Pausenhof könne nach dem Wegfall von 100 Quadratmetern zu klein sein für die spielenden Schulkinder.

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