Landkreis Aurich
Geschäftsleben

Abschied und Neuanfang in der Ostertorstraße

Kaisu Mari in Aurich schließt. Die Töchter wollen das Geschäft als Online-Handel weiterführen.

Von Imke Cirksena

Aurich. Nach fast 24 Jahren schließt das Geschäft Kaisu Mari in der Auricher Innenstadt Ende Februar. Die Inhaberin und Namensgeberin Kaisu Doyen blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Geschäftsaufgabe. „Lieferanten und Stammkunden sind zu Freunden geworden”, erzählte sie gegenüber dem Sonntagsblatt. Doch sie und ihr Mann haben das Rentenalter längst erreicht. Ganz vorbei ist es mit dem Geschäft aber nicht: Ihre beiden Töchter möchten Kaisu Mari weiter führen - allerdings als Online-Handel mit einem Auszug des aktuellen Sortiments. Die Geschäftsfläche an der Osterstraße 23 wird somit frei.

„Die Gespräche im Laden werde ich sehr vermissen”, gibt Doyen zu. Viele ihrer Lieferanten hätten aber ebenfalls das Rentenalter erreicht und haben aufgehört. „Eine ganz wichtige Designerin ist sogar verstorben”, bedauert Doyen. Die Nachfolge fehle.

Mit Kaisu Mari, wo unter anderem Naturprodukte, Textilien, Geschirr und Dekorationsartikel angeboten werden, geht der Auricher Innenstadt ein individuelles Geschäft verloren, dass sich von vielen Filialen abhob. „Das Kaufverhalten hat sich seit geraumer Zeit verändert”, weiß Doyen. „Kaum ist neue Ware in den Regalen, beginnen die Rabattschlachten und es wird nicht mehr zu regulären Preisen gekauft.” Viele würden für Qualität und Originalität keinen angemessenen Preis mehr bezahlen. „Ein Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit ist schon zu erkennen, erfolgt aber zu langsam”, kritisierte die Inhaberin.

In ihrem Laden bot Doyen auch Kurse zum Basteln von dekorativen Papierblumen an. Fans davon dürfen sich freuen: Diese Kurse sollen auch nach der Schließung von Kaisu Mari weiter angeboten werden.

Besonderen Dank möchte Doyen ihren Stammkunden und ihren beiden langjährigen Mitarbeiterinnen Grete Detmers und Elisabeth Eckhoff aussprechen.

Der Kaufmännische Verein (KV) bewertet den Abschied als einen Verlust für die Fußgängerzone. „Inhabergeführte Geschäfte sind das Besondere einer Innenstadt”, erklärte KV-Vorsitzender Udo Hippen auf Nachfrage. „Sie sorgen dafür, dass Einkaufsstädte unverwechselbar sind.”

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