Landkreis Aurich
Aus dem Rat

58 Kilometer Radweg neu im Kreis-Fokus

Die SPD will jährlich 200 000 Euro mehr investieren. 24 Wege sind angedacht.

Von Peter Saathoff

Landkreis Aurich. Die alte Liste ist noch lange nicht abgearbeitet, da bastelt Kreisstraßenamtsleiter Matthias Hayen bereits an einem Nachfolger. Die alte Liste nahm vor 25 Jahren 100 Kilometer Radwege im gesamten Kreisgebiet in den Blick, rund 80 Kilometer sind seit 1995 abgearbeitet. Die neue Liste kommt schlanker daher, dieses Mal stehen 58 Kilometer Radwege in 24 einzelnen Maßnahmen auf dem Programm.

Darunter fallen der Radweg zwischen Pewsum und Woquard, die 1,7 Kilometer Distanz zwischen Landesstraße über Dykhusen bis nach Visquard, der Weg vom Pewsumer Kreisel bis nach Woltzeten und die Strecke von der Landesstraße in den Ortskern von Woquard (K 234). Auch die gesamte Strecke von Jennelt über Uttum bis nach Cirkwehrum befindet sich in Hayens Liste. Für Hinte stellte der Kreisstraßenamtsleiter die Strecke von der Kreisstraße 225 in Richtung Canhusen in Aussicht.

Bevor der Landkreis aber mit den Umsetzungen dieser Maßnahmen beginnt, haben Landkreis und Gemeinden noch einige Radwege der alten Prioritätenliste vor der Brust. Darunter beispielsweise den 1,16 Kilometer langen Radweg zwischen Hinte und Loppersum. Wie berichtet, fehlte in den vergangenen Jahren der Gemeinde Hinte das Geld, um ihren Eigenanteil stemmen zu können. Angedacht ist diese Maßnahme nun für 2021/2022. „Es könnte aber auch später werden“, sagte Hayen. Andere Maßnahmen, wie die Verbindung zwischen Pfalzdorf und Spekendorf in Aurich, liegen im Jahr 2023. Neben finanziellen Schwierigkeiten seien es vielfach auch die komplexen Planverfahren, die diese Maßnahmen immer wieder verzögerten, sagte Hayen.

Entsprechend ambivalent nahm der Kreisstraßenamtsleiter einen Vorstoß der Kreis-SPD auf, den Fraktionschef Johannes Kleen aus dem Hut zauberte. Der Wiesmoorer forderte, die aktuell jährlichen 300 000 Euro jährlich für die Ausbesserung und Verbreitung von Radwegen um 200 000 Euro auf insgesamt 500 000 zu erhöhen. Einen entsprechenden Antrag hatten die Sozialdemokraten vorbereitet. Die aktuelle Summe reiche nicht aus, um den „nachhaltigen Erhalt und den weiteren Ausbau der Radwege erreichen zu können“, begründete Kleen.

Mehr Ausbau und mehr Sanierungen erforderten allerdings auch mehr Planung, hielt Hayen dem Vorstoß entgegen. Sollte die Kreispolitik den Ausbau forcieren wollen, erfordere das im Zweifelsfall auch mehr Personal. „Das müssen wir klären, auch wenn die SPD auf einmal ihr Herz für Radfahrer entdeckt hat“, giftete Gila Altmann (Die Grünen) postwendend.

Das Herz für Radfahrer hatten allerdings nicht nur die Sozialdemokraten entdeckt. Reinhard Warmulla (Die Linke) forderte, über Radschnellwege nachzudenken. Bundesmittel stünden zur Verfügung. Das ging Hayen dann doch zu weit. „Glauben Sie wirklich, jemand würde von Emden nach Aurich mit dem Rad fahren?“ Entsprechende Zentren-Verbindungen seien für die Radschnellwege notwendig. Das wollte Warmulla nicht, aber bessere Radwege, die soll es schon geben.

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