Landkreis Aurich
Engagement

19-Jährige ist für Bedürftige unterwegs

Die Auricher Johanniterin Maike Hagen unterstützt zurzeit die Not-Tafel für Benachteiligte

Aurich. „Macht doch Spaß, mit dem Auto der Chefin unterwegs zu sein“, sagt Maike Hagen lachend und lädt eine weitere Kiste mit Lebensmitteln vom Lkw in den weißen Golf. Wenn sie gleich startet, wird sie ihre Tour quer durch Aurich führen. Am Ende des Tages werden alle Kisten verteilt sein. Eigentlich unterstützt die 19-Jährige die Integrationsarbeit der Johanniter in Aurich, doch die Kurse ruhen wie alle Weiterbildungsangebote im Land seit Mitte März. Die Türen für die Teilnehmer von Integrationskursen bleiben ebenso geschlossen wie die der Sprachkurse für geflüchtete Frauen. Auch ihre eigene Ausbildung als Erste-Hilfe-Trainerin geht „wegen Corona“ derzeit nicht weiter, wie Maike Hagen schulterzuckend berichtet.

Nun sitzt sie im Büro der Dienststelle des Ortsverbands Aurich der Johanniter-Unfall-Hilfe im 2. Leegmoorweg 2B und beschreibt Abläufe der Integrationskurse für die Qualitätssicherung. „Kniffelige Aufgabe“, gibt die ehemalige Abiturientin zu und lächelt. „Aber es ist schön, in einem eigenen Büro zu sitzen und sich auf eine Aufgabe konzentrieren zu können.“

Zweimal die Woche fährt Maike Hagen raus und besucht Menschen, die sonst auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind. „Die Familien, die ich beliefere, stehen unter finanziellem Druck“, erklärt sie. „Normalerweise würden sie zur Tafel gehen und sich dort Lebensmittel-Spenden abholen, um über die Runden zu kommen.“ Die Auricher Tafel musste jedoch im Rahmen der Pandemie schließen, eine schrittweise Wiedereröffnung konnte erst Anfang Mai beginnen.

Während der Schließung taten sich mehrere Partner zusammen. Die Stadt finanziert über Spenden die Lebensmittelversorgung, die von den örtlichen Edeka-Märkten zusammengestellt und durch freiwillige Helfer ausgeliefert werden – kontaktlos, versteht sich. Eine der Helferinnen ist Maike Hagen mit dem weißen VW Golf.

„In einer Ausnahmesituation wie einer Pandemie braucht es manchmal schnelle und unbürokratische Lösungen“, beschreibt Andreas Töpfer, Ortsbeauftragter der Auricher Johanniter, die Situation und freut sich, dass Maike Hagen sich hier engagiert. Aktuell fährt die Freiwillige auf jeder Tour knapp 20 Haushalte an. „Es ist ein tolles Gefühl, in so einer schweren Zeit nützlich zu sein“, sagt sie. „Die Menschen sind sehr dankbar, was die Arbeit gleich noch viel schöner macht.“

Wie lange ihre Tour noch gebraucht wird, weiß sie nicht. Und wann die Kurse wieder anfangen? Maike Hagen zuckt mit den Schultern: „Muss man mal sehen, wie es weitergeht.“ Wenn es noch länger dauert, ist Maike Hagen weiterhin dabei und fährt mit dem weißen Golf durch Aurich

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