Landkreis Aurich
Verkehrsgeschehen

Über 3500 Unfälle im Kreisgebiet

Die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund legte ihre Verkehrsunfallstatistik vor. Die Zahl der Verkehrstoten ist gesunken.

Von Jens Tammen

Landkreis Aurich. Im Bereich der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund kam es im vergangenen Jahr zu 5079 Verkehrsunfällen. Das sind 204 mehr Unfälle als im Vorjahr (+ 4,2 Prozent). Im Landkreis Aurich ist die Anzahl der Verkehrsunfälle von 3368 im Jahr 2018 um 177 auf 3545 im Jahr 2019 (+ 5,2 Prozent) gestiegen, im Landkreis Wittmund von 1507 Unfällen um 27 auf 1534 Unfälle im Jahr 2019 (+ 1,8 Prozent). Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik hervor, die gestern vorgestellt wurde.

Neun Menschen verloren auf den Straßen in den Landkreisen Aurich und Wittmund 2019 ihr Leben. Das sind drei Verkehrstote weniger als im Jahr 2018. Die Zahl der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurden, stieg im Vergleich zu 2018 um 19 Verkehrsteilnehmer auf 253. Leicht verletzt infolge eines Verkehrsunfalls wurden im Bereich der Polizeiinspektion im Jahr 2019 insgesamt 1188 Menschen. Das sind 57 weniger als im Jahr 2018.

 Hauptunfallursachen waren im Jahr 2019 „Abstand“ mit 350 Unfällen und „Vorfahrt/Vorrang“ mit 358 Unfällen. Die Zahl der Unfälle mit der Hauptursache „Geschwindigkeit“ lag im Jahr 2019 bei 191 und liegt damit etwa auf dem Niveau von 2018. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss (129) stieg im Vergleich zu 2018 um sieben Unfälle an. Gleichzeitig ist auch eine Zunahme der Intensität der Alkoholbeeinflussung zu beobachten, heißt es von der Polizei. Im Rahmen einer Unfallaufnahme im Jahr 2019 stellten die Polizeibeamten bei einer 51 Jahre alten Autofahrerin beispielsweise einen Wert von 3,53 Promille fest.

Während die Anzahl der Alkoholfahrten insgesamt in den letzten Jahren signifikant abgenommen hat (von 307 im Jahr 2016 auf 215 im Jahr 2019), ist die Anzahl der Drogenfahrten deutlich gestiegen. Von 140 Drogenfahrten im Jahr 2018 stieg die Zahl im Jahr 2019 auf 214. „Ein Anstieg der festgestellten Alkohol- und Drogenfahrten ist immer im Zusammenhang mit verstärkten Verkehrskontrollen zu sehen“, sagte Polizeidirektor Stephan Zwerg, Leiter der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund.

Sehr auffällig ist im Jahr 2019 die Steigerung der Wildunfälle im gesamten Inspektionsbereich. Hier ist ein Anstieg von 764 Unfällen im Jahr 2018 um 99 auf 863 im Jahr 2019 festzustellen. Das entspricht einem Anstieg von knapp 13 Prozent.

Die Altersgruppen sind unterschiedlich stark an Verkehrsunfällen beteiligt. Innerhalb der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen wurden im Jahr 2019 infolge eines Verkehrsunfalls zwei Menschen tödlich verletzt (2018: 1). Die Zahl der Schwerverletzten in der Altersgruppe der Fahranfänger stieg im Vergleich zum Vorjahr von 36 auf 40.

Anders sieht es im Jahr 2019 in der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen aus. Dort sank die Zahl der tödlich Verletzten von fünf (2018) auf einen (2019). 43 Verkehrsteilnehmer innerhalb der zuvor genannten Altersgruppe wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt. 2018 waren es 35.

In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen ist ein leichter Rückgang der Schwerverletzten zu verzeichnen. Von 30 Menschen in 2018 auf 28 Personen in 2019. Bei den 15- bis 18-Jährigen gab es jeweils 2018 und 2019 eine tödlich verletzte Person. Die Anzahl der Schwerverletzten in dieser Altersgruppe blieb konstant bei 18 Menschen.

Bei 396 Verkehrsunfällen waren im Bereich der Inspektion Radfahrer beteiligt. Während 2018 niemand tödlich verletzt wurde, gab es im Jahr 2019 eine tödlich verletzte Person. Insgesamt ging die Zahl der Fahrradunfälle innerhalb der Inspektion leicht zurück. Von 403 im Jahr 2018 auf 396 in 2019. Auch die Anzahl der Schwer- und Leichtverletzten ist geringfügig zurückgegangen. Von 44 auf 41 und von 280 auf 266 in den Jahren 2018/2019.

Eine neue Risikogruppe im Straßenverkehr sind die Pedelec-Fahrer, einschließlich der E-Bikes. „Aufgrund der steigenden Verkaufszahlen sind auch in unserem Zuständigkeitsbereich immer mehr Pedelecs im Straßenverkehr unterwegs“, sagte Klaus-Dieter Freese, Sachgebietsleiter Verkehr der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund. Im Jahr 2019 waren Pedelec-Fahrer insgesamt an 86 Verkehrsunfällen in den Landkreisen Aurich und Wittmund beteiligt. 2019 gab es keine tödlich verletze Personen, allerdings wurden 22 Schwerverletzte und 55 Leichtverletzte registriert. „Auffällig ist in dem Zusammenhang, dass bei den 86 registrierten Unfällen lediglich sieben beteiligte Pedelec-Fahrer die Unfallursache gesetzt haben“, sagte Klaus-Dieter Freese, "die Geschwindigkeiten, mit denen Pedelecs oder Elektrofahrräder unterwegs sind, werden von anderen Verkehrsteilnehmern deutlich unterschätzt."

Die präventive Verkehrssicherheitsarbeit nimmt bei der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund angesichts der aktuellen Verkehrsunfallzahlen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Im Rahmen der Aktion „Junge Fahrer“ etwa informieren geschulte Polizeibeamte Schüler an weiterführenden Schulen über die Auswirkungen von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr. Insbesondere zielt die Aufklärungsarbeit darauf ab, welche Gefahren von Alkohol und Drogen ausgehen und welche Konsequenzen drohen. Darüber hinaus richtet sich das Programm „Fit im Auto“ an Autofahrer, die 65 Jahre und älter sind.

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