Meinung
Janssens Tuun

Zwischen Baum und Borke

Um weiteren Lebensraum für Wiesenvögel zu schaffen, sollen die Bäume und Sträucher aus Janssens Tuun entfernt werden. Ein Kommentar von Ute Lipperheide.

Eigentlich kann an der Rodung von Janssens Tuun (Garten) im Borssumer Hammrich nicht gerüttelt werden. Rechtlich ist das alles in Ordnung. Dass sich dennoch Widerstand in der Bevölkerung und im Rat der Stadt regt, ist nur zu verständlich.

Sieht man sich heute Janssens Tuun an, dann ist das ein Biotop wie aus dem Bilderbuch. So etwas zu zerstören, um ein anderes biologisch sicherlich sinnvolles Vorhaben durchzusetzen, wirkt vollkommen absurd. Soll wirklich zwischen sinnvoll und noch sinnvoller entschieden werden, soll da Fledermaus gegen Kiebitz ausgespielt werden? Eine solche Diskussion ist müßig und kann nicht im Sinne des Naturschutzes sein.

Die Landesstraßenbaubehörde sitzt zwischen Baum und Borke. Sie hat das Gelände erst zu einem Vorzeigebiotop gemacht. Sie hat abgewartet - auf den Rat der Emder Umweltbehörde hin, ob sich wirklich vermehrt Wiesenvögel im Schatten der Umgehungsstraße Friesland ansiedeln. Diese haben das getan, nun sollen unter fachbiologischer Aufsicht die Baumschubser anrücken, um noch mehr Wiesenvogelplatz zu schaffen. Denn ein rechtskräftiger Beschluss gehört umgesetzt. So die Praxis. Das Ganze nach knapp zehn Jahren zu realisieren, während sich die Fakten geändert haben und aus dem Tuun eine Heimstatt der Artenvielfalt geworden ist, ist bedenkenswert. Eine Entscheidung zu hinterfragen, ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern von Ernsthaftigkeit und Verantwortung.

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