Meinung
Wespennester

Zweimal überlegen

Bürger, die ein Wespenproblem haben, können sich bald nicht mehr auf die Hilfe der Feuerwehr verlassen. Letztendlich haben aber nicht nur die Tiere etwas davon. Ein Kommentar von Gaby Wolf.

In Emden sollen Wespennester nur noch in wenigen Ausnahmefällen von der Feuerwehr entfernt werden. Das dürfte vielen nicht gefallen, weil künftig Fachfirmen in Anspruch genommen werden müssen, die erfahrungsgemäß teurer sind. Doch genau das könnte dazu führen, dass die Betroffenen künftig zweimal überlegen, ob das Nest wirklich weg muss, oder ob man sich nicht doch einen Sommer und Herbst lang damit arrangieren kann. Denn in der Regel werden Wespennester sowieso nur eine Saison lang bewohnt.

Sicher ist es nicht schön, Angst zu haben, gestochen zu werden. Und wo Allergiker und kleine Kinder betroffen sind, bleibt eine Entfernung auch weiter ratsam. Doch angesichts des Insektensterbens ist ein Umdenken nötig. Nicht umsonst fordert das Bundesumweltministerium ein Insektenschutzgesetz. Zu Insekten gehören aber eben nicht nur schöne Schmetterlinge, fleißige Honigbienen und plüschige Hummeln. Auch Wespen erfüllen im Geflecht der Ökosysteme wichtige Funktionen. Und das - weil sie Ernteschädlinge vertilgen - gerade auch zum Nutzen des Menschen.

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