Meinung
Zukunft ungewiss

Zum Thema "Markthalle": Ein Scherbenhaufen

Der einst verlängerte Betreibervertrag steht wieder kurz vor dem Ende. Einen Plan für das Bauwerk gibt es aber noch nicht. Ein Kommentar von Udo Hippen

Auch wenn die Markthalle als Knusperhaus derzeit für positive Schlagzeilen sorgt und für Aurich das bundesweite Alleinstellungsmerkmal in der Weihnachtszeit ist, sieht es unter der Verkleidung eher düster aus. Die Zukunft des einstigen Vorzeigebauwerks in Aurichs Mitte ist aktuell ungewisser denn je. Mit der Verlängerung des ursprünglich Ende März 2018 auslaufenden Betreibervertrages um weitere zwei Jahre hatte sich die Stadt eigentlich Zeit „erkauft”, um einen Zukunftsplan für das gläserne Bauwerk aufzustellen. Eine eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppe sollte dafür die Grundlage stellen. Das Prozedere wurde von heftigen Diskussionen darum begleitet, ob eine Neuaufstellung der Markthalle Sinn für Aurich ergibt, oder ob eine Neugestaltung des Marktplatzes ohne Halle nicht die bessere Variante ist. Die Politik stimmte schließlich knapp für den Erhalt.

Jetzt steht der einst verlängerte Betreibervertrag erneut vor dem Aus und die Stadt sprichwörtlich mit leeren Händen dar. Bei klammen Kassen fehlt der Stadt der finanzielle Spielraum, um entscheidend in die Halle investieren zu können. Notwendig ist eine Grundsanierung, denn an allen Ecken und Enden genügt das Bauwerk nur unzureichend den jetzt vorherrschenden Anforderungen. Der Bestandsschutz lässt den aktuellen Betrieb zu. Das bis jetzt vorgelegte, neue Betreiberkonzept wirkt als gastronomische Idee durchdacht, scheint den Anforderungen der Politik aber nicht zu genügen. Dass das zweite Konzept bereits zum zweiten Mal auf sich warten lässt, passt unfreiwillig zum negativen Bild der gesamten Situation. Für die Öffentlichkeit völlig unverständlich ist die Tatsache, dass die noch aktuelle Betreibergesellschaft, die so vehement für den Erhalt der Markthalle gekämpft hat, kein eigenes Konzept für den weiteren Betrieb vorgelegt hat.

Aurichs neuer Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) hat jetzt mit der Markthalle eine weitere schwere Hypothek übernommen. Aktuell steht er vor einem Scherbenhaufen. Seine Aufgabe ist es nun, den Schaden für die Innenstadt so gering wie möglich zu halten. Mit einer erneuten Übergangsphase soll ein drohender Leerstand auf dem Marktplatz vermieden werden. Das ist zuerst der richtige Weg. Wirklich helfen kann aber nur eine erneut angefachte Diskussion, die auch den Abriss der Markthalle und einen neu gestalteten Marktplatz als Variante mit einbezieht. Allerdings muss allen Beteiligten klar sein, dass dies der letzte Anlauf ist, denn sonst lässt sich der vorhandene Scherbenhaufen nicht mehr zusammenkehren.

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