Meinung
Lebensmittelkontrolle

Mehr Transparenz

Seit Kurzem können Verbraucher im Internet die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen nachlesen. Das Konzept ist aber nicht ganz problemfrei. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat sich auf die Fahne geschrieben, die Lebensmittelüberwachung für jedermann transparent zu machen. Mit ein paar Mausklicks im Internet sollen die Bürger einzelne Ergebnisse der behördlichen Lebensmittelkontrollen individuell abfragen können. Vom Ansatz her eine reizvolle Überlegung. Eigentlich weiß man viel zu wenig über die Zustände in den Küchen von Restaurants und Imbissen. Das Problem ist - wie immer im Internet - die Pauschalisierung. Wer einmal am Pranger steht, hat eigentlich schon verloren. Und da ist es egal, ob es sich bei der Beanstandung der Lebensmittelüberwachung um einen gravierenden oder um einen eher schnell zu behebenden Mangel handelt. Auf der anderen Seite: Der Blick auf den Hinterhof des einen oder anderen Restaurants lässt auch Böses erahnen. Nur prüfen kann das der Gast selten. Mehr Transparenz wäre also durchaus wünschenswert. Was tun? So manchem Gastronomiebetrieb wäre es zu gönnen, wenn mal öfters ein Kontrolleur vorbeischaut. Der Druck muss groß sein. Der Internet-Pranger ist nicht der richtige Weg.

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