Meinung

Kahlschlag bei Enercon

Beim ostfriesischen Windkraftanlagenbauer werden hunderte Mitarbeiter entlassen. Es ist nicht bekannt, ob das innovative Vorzeigeunternehmen tatsächlich um jeden einzelnen Job gekämpft hätte. Ein Kommentar von Jens Voitel.

Enercon entlässt bundesweit rund 800 Mitarbeiter. Foto: Jens Büttner

Die Nachricht ist eine Katastrophe: Der Auricher Windkraftanlagenbauer Enercon entlässt in seinen Tochter-Unternehmen bundesweit rund 800 Mitarbeiter. Allein in Emden sind fast 200 Beschäftigte der WEC Turmbau GmbH betroffen. Man müsse die Aktivitäten mehr und mehr ins Ausland verlagern, hieß es seitens des Unternehmens. Und dahin gehen jetzt auch die Zulieferer. Für Emden kommt die Ankündigung einem Kahlschlag gleich. Über die Hälfte der WEC-Belegschaft verliert ihren Job. Und die Karawane zieht weiter, möchte man zynisch hinzufügen, denn Enercon ist weder pleite, noch orientierungslos. Den Turmbauern muss es vorkommen, als hätten sie ihre Schuldigkeit getan. Einfach so. Es ist nicht bekannt, ob das innovative Vorzeigeunternehmen tatsächlich um jeden einzelnen Job gekämpft hätte. Die Gewerkschaft bezweifelt das zu Recht. Den Ruf hat Enercon nun mal weg. VW kämpft übrigens auch um Arbeitsplätze. Ständig. Immer wieder. Und bislang ist dem Konzern und der IG Metall immer etwas eingefallen. Enercon dagegen meldet nur den Vollzug. Und das war's.

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