Meinung
Arbeitszeiterfassung

Gegen Ausbeutung

Arbeitgeber sollen zukünftig systematisch alle Arbeitszeiten erfassen - auch wenn es sich nur um das Tippen einer E-Mail von zuhause aus handelt. Für den Arbeitnehmer ist das von Vorteil. Ein Kommentar von Jens Tammen

Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt: Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, die volle Arbeitszeit der Beschäftigten systematisch zu erfassen. In Deutschland hat das Luxemburger Urteil gestern schon für reichlich Wirbel gesorgt. Arbeitgeber fürchten sogleich eine neue Bürokratie. Gewerkschafter loben dagegen die Rechtssprechung.

Und dabei ist es doch bislang so einfach gewesen: Hier mal eine E-Mail von zuhause abgeschickt, da eine Sprachnachricht auf der Heimfahrt diktiert oder am späten Abend noch ein letztes klärendes Telefonat mit dem Vorgesetzten geführt, damit am nächsten Tag auch alles reibungslos funktioniert. Diese bislang meist freiwillige Mehrarbeit, die weder erfasst noch vergütet wurde, soll bald also dokumentiert werden. Und das muss sie auch. Auch wenn Arbeitszeitkonten und Stechuhren vielleicht wie aus einer anderen Zeit wirken, nur sie helfen dem Arbeitnehmer wirklich. Fließende Übergänge vom Job in die Freizeit darf es nicht mehr geben, zumindest nicht unbezahlt. Vertrauensarbeitszeit mag ja ganz nett sein, kann aber schnell in einer Ausbeutung enden.

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