Meinung
Baukindergeld

Fehlgeleitetes Geld

Auf dem Papier hört sich das beschlossene Baukindergeld ganz gut an. Aber das Konzept weist Fehler auf. Ein Kommentar von Lambert Tergast.

Wenn sich die FDP und die Linken in der Ablehnung einer sozial- und wirtschaftspolitischen Maßnahme einig sind und von rausgeworfenem Geld sprechen, dann sagt das schon so einiges. Es geht um das von der großen Koalition beschlossene Baukindergeld. Auf dem Papier hört es sich zunächst einmal ganz gut an: Familien oder Alleinerziehende, die ein Eigenheim kaufen oder bauen, können einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 1200 Euro pro Kind beantragen - zehn Jahre lang. Macht 12 000 Euro pro Kind.

Doch jetzt zeigt sich immer mehr: Der Schuss ging nach hinten los. Kritiker des Fördermittels bemängelten schon bei der Einführung, dass das Geld nur denjenigen zugutekommt, die sich den Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie ohnehin leisten können. Für den Staat entstehen aber hohe Kosten, von drei bis vier Milliarden in dieser Legislaturperiode ist die Rede - Geld, das letztendlich der Steuerzahler aufbringen muss. Hinzu kommt nun aber noch die Erkenntnis (Seite 22), dass das Baukindergeld von Verkäufern schlicht auf den Verkaufspreis aufgeschlagen wird - Immobilien werden dadurch noch teurer. So hilft die Maßnahme am Ende also nur den Hausverkäufern.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS

AM SEEHAFEN

Anzeige
Anzeige