Meinung
Kein Schulleiter an der BBSII

Ein paradoxes Bewerbungsverfahren

Für die freie Stelle als Schulleiter an den Berufsbildenden Schulen II gab es nur drei Bewerber - und die wurden auch noch abgelehnt. Ein Kommentar von Stefan Bergmann.

Die Berufsbildenden Schulen II in Emden müssen ohne Schulleiter ins neue Jahr starten. Wie konnte es dazu kommen? Das Dilemma ist zum Teil hausgemacht, zum anderen spiegelt es aber auch den Zustand unserer Gesellschaft wider. Die Stelle ist gut bezahlt - und doch haben sich in den bisherigen drei Ausschreibungen nur drei Bewerber gefunden, die überhaupt Interesse hatten. Die Berufsbildenden Schulen mit ihren vielen Hundert Schülern leisten Herausragendes für Jugendliche, werden aber von vielen Lehrern immer etwas von oben herab angeschaut. Sie dienen halt der Berufsbildung, und nicht der klassischen, humanistischen Bildung. Für manche ist das ein Makel. Zu Unrecht. Doch schlimmer wiegt noch, dass keiner der drei Bewerber eine Chance bekommen hat, weil - laut Landesschulbehörde - die Gleichstellungsbeauftragte ein Veto eingelegt haben soll. Denn: Es hat sich keine Frau beworben. Das ist Gleichstellung paradox. Man kann über eine Frauenquote geteilter Meinung sein. In manchen männlich-dominierten Berufsfeldern ist sie einfach nötig. Wenn sie aber eine Besetzung komplett verhindert, dann schadet sie mehr, als sie nutzt. Vielleicht stimmt aber ja auch, was in Lehrer-Kreisen gemunkelt wird: Keiner der Bewerber war der Landesschulbehörde gut genug. Da kam das Veto von der Gleichstellungsbeauftragten dann gerade recht. Auch das ist paradox.

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