Meinung
EU-Urheberrecht

Autozensur

Neu ist nicht immer besser. Auch über das neue Urheberrecht für die EU freuen sich längst nicht alle. Ein Kommentar von Suntke Pendzich.

Nach heftigen Debatten soll die EU ein neues Urheberrecht bekommen. Der Deal, auf den sich die Verhandlungsführer geeinigt haben, ist dabei quasi die schlimmste Befürchtung der Kritiker. Plattformen wie YouTube, Twitter oder Facebook müssen demnach in Zukunft alles Mögliche tun, um Urheberrechtsverstöße zu verhindern. Da kein Mensch jedes einzelne Video oder jedes einzelne Bild kontrollieren kann, das auf den Plattformen hochgeladen wird, halten die Kritiker Uploadfilter für unvermeidlich. Gemeint ist Software, die hochgeladene Inhalte automatisch analysiert und im Falle einer Urheberrechtsverletzung die Veröffentlichung verhindert. Eingesetzt werden solche Filter bei extremen Straftaten zwar schon heute - so löscht Facebook etwa automatisch kinderpornografische Inhalte. Der neue Deal würde die Schwelle für die Anwendung der Filter jedoch deutlich senken. Das könnte die freie Meinungsäußerung in Sozialen Netzwerken erheblich einschränken, etwa wenn Parodien oder Zitate blockiert werden. Mit dieser Autozensur wäre mehr verloren als gewonnen.

Kommentare
FOLGEN SIE UNS
Anzeige

KONTAKT ZU UNS

Sie ziehen um oder es gibt Probleme bei der Zustellung? Dann finden Sie Hilfe in unserem Servicebereich

Zum Servicebereich

Sie möchten direkten Kontakt zu einer Abteilung aufnehmen oder haben Anregungen? Dann finden Sie im Kontaktbereich die passende Adresse

Zum Kontaktbereich

AM SEEHAFEN

DER EZ-PODCAST

Aktuelles und Hintergründiges aus Emden und umzu.