Meinung
Ärzte und Datenschutz

Absurd

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um den Schutz persönlicher Daten kommen auch in Ostfrieslands Arztpraxen an. Das hat auch unschöne Konsequenzen. Ein Kommentar von Axel Milkert.

Der Schutz persönlicher Daten ist wichtig. Das steht außer Frage. Die Datenschutzgrundverordnung trägt dem Rechnung. Es gibt allerdings auch Entwicklungen, die Zweifel am System erlauben. Wenn Arzt-Patienten nun - wie das in einigen Praxen zu beobachten ist - Menschen in ungeheizten, engen Vorräumen warten lassen, und wenn die Warteschlangen derer, die sich in der Patientenannahme anmelden möchten, auch schon mal bis nach draußen reichen, dann stimmt etwas nicht (Seite 1).

Es geht nicht, dass alte Menschen die Wartezeit auf einer kalten Steintreppe verbringen müssen, dass hustende und womöglich noch fiebrige Patienten auf engstem Raum gemeinsam der Dinge harren, die da kommen. Diskretion ja. Aber doch nicht so.

Eine kritikwürdige Situation: Kranke gehen zum Arzt, um geheilt zu werden oder zumindest ihr Leiden lindern zu lassen; doch genau das wird, um den Anforderungen des Datenschutzes genüge zu tun, ad absurdum geführt. Ein solches Prozedere darf nicht Normalität werden.

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