Wochenmarkt 1.0 statt 4.0

Bereits jetzt sorgt der Online-Handel für ein grotesk hohes Transportaufkommen auf deutschen Straßen. Die Probleme könnten sich verstärken, wenn in Zukunft auch Lebensmittel online gekauft werden. Ein Kommentar von Suntke Pendzich.

Die Lebensmittelbranche zieht es als eine der letzten in den Onlinemarkt. Symbolfoto: dpa

Die Lebensmittelbranche zieht es als eine der letzten in den Onlinemarkt. Nicht nur Amazon und Rewe haben bereits seit Längerem erste Pilotprojekte gestartet und liefern in einigen deutschen Großstädten Lebensmittel bis an die Haustür, auch immer mehr Erzeuger versuchen, ihre Produkte direkt im Internet zu verkaufen.

Für Umwelt und Innenstädte ist das gleichermaßen eine bedenkliche Entwicklung. Bereits jetzt werden grotesk viele Pakete quer durch das Land geschickt, mit Produkten, die oft im Laden an der nächsten Ecke zu bekommen sind. Was nicht gefällt, muss wieder zurückgeschickt werden.

Das führt zu einem massenhaften individuellen Transport von Paketen und das wiederum zu hohe Schadstoffemissionen, kaputten Straßen und sterbenden Innenstädten. Wenn in Zukunft auch noch der Lebensmittel vermehrt über das Internet gekauft werden sollen, obwohl in den meisten Märkten eine gewaltige Angebotsbandbreite vorherrscht, werden sich die Probleme weiter verstärken.

Dies sollten Kunden bedenken und stattdessen vielleicht öfter mal wieder den Wochenmarkt 1.0 besuchen.

21.12.2017, 00:34 Uhr
Über den Autor
Suntke Pendzich Redakteur Lokales bei der EZ seit: 2016
Telefon: 04921-8900417