VW ist ein sensibles Unternehmen

Der neue Chef soll den Wandel zum Mobilitätskonzern vorantreiben. Ob Herbert Diess den Autobauer aus Wolfsburg wieder voll in Fahrt bringen kann, bleibt dahingestellt. Ein Kommentar von Ute Lipperheide.

Bei VW finden in den nächsten Monaten und Jahren Umstrukturierungen statt. Foto: Julian Stratenschulte

„Neue Besen kehren gut”, lautet ein viel zitiertes Sprichwort. Wer einmal einen neuen Besen benutzt hat, weiß jedoch, dass dieser erst nach einigen Gebrauchsstunden gute Dienste verrichtet. Vielleicht hat Volkswagen deshalb auf einen Mann gesetzt, der zwar noch nicht lange Mitglied der sogenannten VW-Familie ist, dem deutschen Autobau jedoch schon bei BMW verpflichtet war.

Ob der in München geborene Herbert Diess den Autobauer aus Wolfsburg wieder voll in Fahrt bringen kann, bleibt dahingestellt und auch, ob er das richtige Händchen dafür hat. Seine Ankündigungen klingen versöhnlicher, als es ihm nachgesagt wird. VW ist ein sensibles Unternehmen, vor allem, was die Arbeitnehmer angeht. Der Konzern ist ein herausragendes Beispiel für ein Unternehmen, das erfolgreich arbeitet und dabei seinen Beschäftigten ein erhebliches Mitspracherecht einräumt. Erneuerungen bei VW sind unbestritten notwendig, doch es gibt Grundprinzipien, an denen festzuhalten ratsam ist. Denn auch ein Besen bringt erst dann beste Kehrergebnisse, wenn er denen, die mit ihm arbeiten, gut in der Hand liegt.

14.04.2018, 19:41 Uhr
Über die Autorin
Ute Lipperheide Redakteurin Lokales bei der EZ seit: 1993
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